Theater
Milena Mönch inszeniert „Connemara“: Ein kurzweilig-amüsanter Abend, der der Romanvorlage nicht gerecht wird
Von Aufstiegsträumen und dem Niedergang: „Connemara“ nach dem Roman von Nicolas Mathieu unterhält im Kapuzinertheater.
Zu Besuch beim Theaterstück „Connemara“: eine Hochzeit unter Prollos als finaler Shutdown Foto: Andreas Etter
Inszenierungen von Gegenwartsliteratur sind schon länger angesagt. Doch ist es ein Spagat, einem komplexen Roman auf der Bühne Rechnung zu tragen. Eine eindrucksvolle Regiearbeit präsentierte 2024 Carole Lorang gemeinsam mit Bach-Lan Lê-Bá Thi und Eric Petitjean von Mathieus mit dem Prix Goncourt ausgezeichneten Roman „Leurs enfants après eux“. Mathieu illustriert Deindustrialisierung, Perspektivlosigkeit, das Feiern wie die Sehnsüchte junger Menschen aus Lothringen und ihrer Familien. Und obwohl dies sehr nah hinter der Grenze in Luxemburg ist, wirken diese Lebensrealitäten doch fern.
In „Connemara“ konzentriert sich Mathieu auf die Liebesaffäre zweier Figuren, die zwar aus demselben Ort sind, jedoch kaum unterschiedlicher sein könnten: Hélène ist fast vierzig. Sie hat Karriere gemacht, geheiratet, zwei Töchter bekommen und lebt in einer Architektenvilla in der Nähe von Nancy. Sie hat sich ihren Jugendtraum erfüllt, hat das Milieu gewechselt und ist erfolgreich. Christophe hingegen hat das Kaff Cornécourt, aus dem sie beide stammen, nie verlassen. Er verkauft Hundefutter und führt ein kleinbürgerliches Leben. Bis er Hélène wiedertrifft ...