Käerjeng

Michel Wolter tritt als Bürgermeister zurück – seine Frau Nadine Braconnier soll nachrücken

Seit Jahren schon prägt Michel Wolter die lokale und nationale Politik. Seit 2010 ist er Bürgermeister der Gemeinde Käerjeng. Nun plant er, sein Amt zum 15. April des kommenden Jahres niederzulegen. Das Amt bleibt aber, da seine Frau Nadine Braconnier als Bürgermeisterin nachrücken soll, in Familienhand. 

Michel Wolter übergibt im April sein Amt an seine Ehefrau Nadine Braconnier

Michel Wolter übergibt im April sein Amt an seine Ehefrau Nadine Braconnier Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

„Das ist mein letztes Budget als Bürgermeister“, kündigt Michel Wolter, der bisherige Bürgermeister von Käerjeng, am Montagmorgen im Gemeinderat an. Der CSV-Mann scheint selbst überrascht, wie emotional er bei dieser Ankündigung wird. Er werde zum 15. April nächsten Jahres zurücktreten und somit den Weg freimachen für eine Verjüngung der Partei, kündigt der 63-Jährige an. Diese Entscheidung sei nach einer gemeinsamen Analyse der politischen Situation der Lokalpartei gefallen. Schöffe Frank Pirrotte (64), Zweitgewählter der CSV bei den Gemeindewahlen 2023, werde noch bis Oktober 2027 bleiben, „um einen guten Übergang zu garantieren“. 

An die Gemeindespitze soll nun Wolters Frau Nadine Braconnier nachrücken. Er habe dies seiner Partei so vorgeschlagen. Braconnier und Wolter haben 2018 geheiratet. Die 39-Jährige ist derzeit Gemeindesekretärin in Monnerich und bereits Präsidentin der Finanz- und Budgetkommission in Käerjeng. Dass das Amt somit in „Familienhand“ bleibt, sei der Wählerwille gewesen, sagt Wolter. Braconnier wurde bei den Wahlen 2023 die Viertgewählte. „Sie ist somit die natürliche Nachfolgerin“, sagt Wolter im Anschluss im Gespräch mit dem Tageblatt. Braconnier und Wolter hätten sich beide aufgestellt, mit dem Wissen, dass nicht beide gleichzeitig im Gemeinderat sitzen können. „Das tut unserer Gemeinde aber auch gut, nun eine junge Frau an der Spitze der Gemeinde zu haben. Das zeigt auch einen Wandel in der Gemeinde.“ Interessant dabei ist, dass Yves Cruchten vom Koalitionspartner LSAP bei den Gemeindewahlen mehr Stimmen als die nun vermutlich künftige Bürgermeisterin gesammelt hat. Die CSV belegt allerdings mit sieben mehr Sitze als die Sozialisten (4). 

Bilanz nach 15 Jahren

Sehr viel „Herzblut“ habe er in die Gemeindepolitik gesteckt, sagt Wolter. Deswegen falle es nun schwer, loszulassen. Einen Rückzug auf nationaler Ebene scheint der CSVler aber nicht zu planen. Seinen Parlamentsposten wolle er bis mindestens Mandatsende bekleiden. 

Als Gemeindevater blickt Wolter auf 15 ereignisreiche Jahre zurück. Er erwähnt die Fusion 2012 mit Küntzig, die er als äußerst erfolgreich empfindet. Er verstehe die Diskussion um solche Schritte nicht: „Es ist nicht so kompliziert, man muss es nur wollen.“ Aber auch weitere Projekte hebt Wolter hervor: den Verkehrsplan, der derzeit Schritt für Schritt umgesetzt werde, die Erneuerung der Schulcampusse, das neue Rathaus, die Zusammenarbeit bei erneuerbaren Energien mit Südenergie, die Ausstellung zur „Gëlle Fra“, die Ankunft des Tour du Luxembourg. Er gebe die Gemeinde gut aufgestellt in die Hände der nächsten Verantwortlichen. „Ich konnte als Bürgermeister in meiner Gemeinde alles das realisieren, das ich als Innen- und Landesplanungsminister beschlossen hatte“, sagt Wolter. Er sei zwar für seine Entscheidungen „nicht sehr populär“ gewesen, „und meine Schlussfolgerung hier ist: Es geht. Wenn man will, dann geht das.“ 

Nur, dass das „Contournement“-Projekt nicht in seiner Amtszeit abgeschlossen werde, bedauere Wolter. Auch wenn man heute eher von einer Ortsverbindungsstraße rede. „Das wird hier viel erleichtern. Deswegen ist man ja auch in Sanem mittlerweile dafür.“ Wenn die Bauarbeiten 2026 beginnen sollen, so wie vom Präsidenten der „Ponts et chaussées“ angekündigt, begrüße Wolter das ausdrücklich. Daran anschließend hätte er auch gerne das Parkhaus in Käerjeng am Bahnhof noch fertiggestellt gesehen. Aber da dies aus technischen Gründen an die Ortsverbindungsstraße geknüpft ist, soll das erst 2029, 2030 fertig werden. Viel Verspätung habe es auch bei der gemeinsamen Kaserne für Polizei und Feuerwehr gegeben, aber auch sei Bewegung im Dossier. „Wir bekommen hier jetzt etwas, was ich früher als Innenminister auch so wollte.“ Wolter schließt das Gespräch: „Ich sehe nichts, was ich hätte anders oder mehr machen können als das, was umgesetzt wurde oder demnächst umgesetzt wird.“

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