Luxemburg
Maßnahmen-Gegner riskiert fünf Jahre Haft wegen Todesdrohungen gegen Lenert und Bettel
F.T. verschickt Drohbriefe. Im großen Stil. Mehrmals innerhalb von Monaten. An Politiker und an andere Adressen, die CNS zum Beispiel, scheinbar auch an RTL. Der Ton der Briefe ist unmissverständlich, bedrohlich. Er zeugt von Gewaltbereitschaft. Einigen Briefen fügt F.T. eine puderartige Substanz hinzu. Auf diversen Ebenen löst das Alarmstufe Rot aus.
Unter anderem Premierminister Xavier Bettel und Gesundheitsministerin Paulette Lenert haben Drohbriefe erhalten Foto: Editpress/Julien Garroy
Am Mittwochmorgen muss sich F.T. vor einer Strafkammer des Luxemburger Gerichts verantworten. Der gebürtige Peruaner (37), der seit zehn Jahren in Luxemburg lebt, wirkt müde. In sich zusammengesunken steht er vor dem Richter. Keine Spur mehr von dem aggressiven Ton in seinen Briefen. Kleinlaut gibt er zu, der Schreiber und Absender zu sein. Die Corona-Politik der Regierung, die einschränkenden Maßnahmen hätten ihn dazu getrieben. Warum genau er solche Briefe verfasst habe, das verstehe er heute irgendwie selbst nicht mehr. Es tue ihm leid, sehr leid. Wenn er höre, was er geschrieben hat, bekäme er Angst vor sich selber. „Un acte débile“ seien seine Briefe gewesen. „Ein Moment der Schwäche“, nennt es sein Anwalt.