Domaine Tageblatt

Letzte Qualitätskontrolle: So schmeckt unser Wein – und so können Sie ihn probieren

Am 29. April wird der Tageblatt-Rivaner feierlich vorgestellt. Noch müssen einige Entscheidungen getroffen werden, bevor wir unseren Wein in die Flaschen abfüllen können. Die letzte Qualitätskontrolle hat uns jedenfalls überzeugt.

Winzerin Corinne Kox mischt Rivaner aus Edelstahltank und Holzfass für perfekten Wein-Feinabstimmung

Die letzte Feinabstimmung: Winzerin Corinne Kox verschneidet den Rivaner aus dem Edelstahltank mit dem aus dem Holzfass Foto: Editpress/Julien Garroy

Das Datum steht: Am 29. April feiert der Tageblatt-Rivaner im Kulturzentrum Machera in Grevenmacher Weltpremiere. Gut, das ist vielleicht etwas hochgegriffen, aber wer seinen Wein verkaufen will, sollte das Marketing nicht vernachlässigen. Das haben wir in den vergangenen anderthalb Jahren von den Winzern gelernt. Seit Monaten ruht unser Wein in den Fässern. Nachdem unsere Leser sich für ein Etikett entschieden haben, steht der Rivaner kurz davor, in Flaschen abgefüllt zu werden – zumindest fast. Zuvor mussten wir uns noch einmal von der Qualität überzeugen und letzte Entscheidungen treffen.

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Letzte Qualitätskontrolle: So schmeckt unser Wein – und so können Sie ihn probieren

Foto: Editpress/Julien Garroy

Am 29. April stellen wir ab 18.00 Uhr im Kulturzentrum Machera in Grevenmacher unseren Rivaner vor. Beginnen werden wir mit einer kleinen Vorstellung unseres Projektes und einem kurzen Rundtischgespräch mit Weinbauministerin Martine Hansen (CSV) sowie den Winzern Corinne Kox, Michéle Mannes und Bob Molling. Anschließend gibt es dann den Tageblatt-Rivaner zu verkosten und die Möglichkeit, den Wein zu bestellen. Anmelden können Sie sich über diesen Link.

Ein kurzer Rückblick: Die Lese im vergangenen September fiel so ertragreich aus, dass wir uns entschieden, nicht den gesamten Wein im Edelstahltank auszubauen, sondern einen Teil im Holzfass und einen weiteren im Dolium, einem traditionellen Tongefäß. Am Dienstagmorgen trafen sich unser Lokalchef Cédric Feyereisen und ich mit dem Önologen und Berater der Privatwinzer, Jean Cao, bei Winzerin Corinne Kox, um unsere drei Weine zu verkosten.

Viel Struktur und langer Abgang

Corinne lässt uns mit dem Rivaner aus dem Dolium beginnen. „Und, was schmeckt ihr heraus?“ Auf Jeans Frage haben weder Cédric noch ich sofort eine Antwort. Der Wein hat wenig mit einem klassischen Rivaner gemein – ich hätte ihn jedenfalls nicht als solchen identifiziert. „Dann fangen wir einfacher an: Wie schmeckt er euch?“ Darauf können selbst wir antworten. Für einen Rivaner ist der Geschmack zwar überraschend, aber zugleich sehr interessant. Die Thiole, die für Grapefruitnoten sorgen, sind deutlich erkennbar. Der Wein besitzt eine ausgeprägte Struktur, die Tannine verleihen ihm eine spürbare Textur im Mund, und der Abgang ist relativ lang. Das liegt vor allem an der Maischegärung, zu der uns Corinne geraten hatte: Dabei bleiben die Traubenschalen in Kontakt mit dem Most, wodurch zusätzliche Tannine und Phenole freigesetzt werden. Uns gefällt der Wein jedenfalls gut. Auch Jeans Fazit fällt positiv aus: „Ich finde ihn sehr interessant. Es ist etwas anderes als ein gewöhnlicher Rivaner. Der gebrannte Ton verleiht dem Wein eine besondere Note.“

Ihr müsst entscheiden, ob ihr einen Wein machen wollt, der euch schmeckt, oder einen, der euren Kunden schmeckt

Jean Cao

Önologe

Önologe Jean Cao berät Experten bei Weinprojekt, steht beratend mit Fachwissen zur Seite.

Önologe Jean Cao hat uns über das ganze Projekt hinweg beraten Foto: Editpress/Julien Garroy

Nach dem Dolium-Rivaner folgt der im Edelstahl ausgebaute Wein. Unser Ziel war ein frischer, trockener und fruchtbetonter Rivaner – und trocken ist er allemal. Zudem lassen sich Pfirsichnoten erkennen, genauer gesagt weißer Pfirsich, wie der Önologe präzisiert. Im Vergleich zum Dolium-Rivaner hat dieser Wein deutlich weniger Struktur und einen kürzeren Abgang. Dennoch kommt er unserer Vorstellung sehr nahe. Allerdings fehlt ihm etwas Volumen. Cédric und ich sind überrascht, wie genau er dem Geschmacksprofil entspricht, das wir im vergangenen Frühjahr nach langen Diskussionen in der Redaktion festgelegt hatten. Auch Jean zeigt sich zufrieden. „Mir gefällt er auch sehr gut“, sagt Corinne, gibt jedoch zu bedenken: „Wenn mir ein so trockener Wein gut schmeckt, weiß ich aus Erfahrung, dass er meinen Kunden zu trocken ist.“ Dem stimmt Jean zu: „Für den luxemburgischen Markt ist er wohl etwas zu trocken – eher ein internationaler Wein.“

Weniger trocken und mit mehr Körper präsentiert sich unser im Barrique gereifter Rivaner. „Hier kommen die Thiole klar zum Vorschein, und wir bewegen uns im Geschmacksprofil von gelbem Pfirsich.“

Cédric und ich probieren überrascht einen Rivaner Weißwein, der unserer Vorstellung sehr nahekommt.

Cédric und ich waren überrascht, wie nah der Rivaner unserer Vorstellung kommt Foto: Editpress/Julien Garroy

Nun stellt sich die entscheidende Frage: Was machen wir mit unseren drei Weinen? Corinne hatte bereits im Vorfeld vorgeschlagen, den Edelstahl-Rivaner mit dem im Holzfass ausgebauten Wein zu verschneiden. Sie mischt beide rasch im passenden Verhältnis – und sofort wird klar, warum. Cédric und ich sind verblüfft: Das Ergebnis entspricht ziemlich genau dem, was wir uns vorgestellt haben. Vielleicht ist der Wein noch immer etwas zu trocken für viele, und die Fruchtnote könnte ausgeprägter sein. „Wir können noch etwas Zucker hinzufügen“, schlägt Corinne vor. Zunächst sind wir skeptisch, doch auch Jean stimmt zu.

Die Mischung macht’s

Die Experten erklären, dass die Zugabe von Zucker nicht zwangsläufig zu einem süßen Wein führt, sondern vielmehr die Frucht betont, dem Wein mehr Volumen verleiht und die extreme Trockenheit abmildert. Damit sind auch wir überzeugt – auch wenn mir persönlich gerade diese ausgeprägte Trockenheit gut gefallen hat. „Ihr müsst entscheiden, ob ihr einen Wein machen wollt, der euch schmeckt, oder einen, der euren Kunden schmeckt. Dafür müsst ihr eure Kunden kennen – was in eurem Fall schwierig sein dürfte“, witzelt der Önologe.

Am Ende entscheiden wir uns für zwei Weine: den Verschnitt aus Edelstahl- und Holzfassausbau sowie den Dolium-Rivaner – letzterer allerdings nur in sehr begrenzter Auflage. Nach unserer Qualitätskontrolle muss der Tageblatt-Rivaner nun noch die Verkostungskommission der AOP durchlaufen. Mehr dazu in der kommenden Woche.

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