Luxemburg
Lebensbedingungen freier Kunstschaffender bleiben prekär
Vor Kurzem hieß es in einem Artikel: Zweitberufe sind eine Bereicherung für Kunstschaffende in Luxemburg. Eine Aussage, die auf Facebook auf Kritik stieß. Warum? Ein Treffen mit der „Association des artistes plasticiens du Luxembourg“ gibt Aufschluss.
Mitglieder der „Association des artistes plasticiens du Luxembourg“ (v.l.n.r.): Julie Wagner, Gerry Oth, Cristina Picco, Tine Krumhorn und Charles Vincent Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
„Kommt mit“, begrüßt Julie Wagener das Tageblatt am Eingang. Die Co-Präsidentin der „Association des artistes plasticiens“ (AAPL) und freischaffende Künstlerin schließt die Tür zum Sitz des Verbands auf. Ein helles Treppenhaus führt in den Versammlungsraum, in dem bereits mehrere Mitglieder des Verwaltungsrats zusammensitzen. Wagener teilte Mitte April ihren Unmut über den Artikel „Artists in Luxembourg find inspiration and financial support in their day jobs“ (Luxembourg Times) auf Facebook, in dem Zweitberufe als Inspiration und finanzielle Unterstützung für freischaffende Künstler*innen gepriesen wurden. Wagener erhielt Zuspruch für ihre Kritik, u.a. von ihrer Kollegin Justine Blau (ebenfalls Co-Präsidentin der AAPL). „Für die Leser*innen, die den Beitrag nicht kennen, müssen wir unbedingt den Kontext erklären“, betont Wagener, bevor sie auf ihren Post eingeht. „Ich prangere gewisse Praktiken und Umstände des Luxemburger Kultursektors an, die den Künstlerberuf erschweren können.“