Literatur
Landolf Scherzer rückt „die kleinen Leute“ in den Mittelpunkt seines Buches „Die Kämpfs“
Ein Buch über das, was in den Geschichtsbüchern keinen Platz findet: Landolf Scherzer gibt mit „Die Kämpfs – Eine Thüringer Familiengeschichte oder Die große Kraft der kleinen Leute“ ein lesenswertes Beispiel. Ein Blick ins Werk.
Schreibt über die Familie Kämpfs aus Thüringen: Landolf Scherzer im Jahr 2015 Foto: Vincent Eisfeld/vincent-eisfeld.de
Wer macht Geschichte? Wer baute das siebentorige Theben? Wohin gingen am Abend, als die Chinesische Mauer fertig wurde, die Maurer? Darüber sinnierte einst Bertolt Brecht in den „Fragen eines lesenden Arbeiters“. In den Geschichtsbüchern stehen meist die Namen führender politischer Persönlichkeiten, sogenannte „große Namen“. Doch bewegen nicht die vielen Menschen der Völker eigentlich das Weltgeschehen. Sie schaffen die Werte, bauen die Häuser und Straßen. Und ihre Männer – und neuerdings auch die Frauen – ziehen an die Fronten, um den Willen Herrschender militärisch durchzusetzen. Ist es da nicht viel interessanter, den Geschichten der „kleinen Leute“ zu folgen, jenen, ohne die die Geschichte der Großen gar nicht möglich wäre?