Greenfinch-Affäre
Das Kartenhaus von Kindy Fritsch ist zusammengefallen – jetzt geht er zum Angriff über
Während gegen ihn ermittelt wird, geht Kindy Fritsch in die Offensive. Er erhebt online Korruptionsvorwürfe gegen die Stadt Esch, fordert 130 Millionen Euro Schadenersatz – und kündigt die Veröffentlichung interner Dokumente an. Für den Unternehmer ist das Teil eines Kampfes, der vor Jahren begann.
Das Milliardengeflecht des Unternehmers Kindy Fritsch ist zusammengebrochen Grafik: Tageblatt/Louis Elsen
Ein Albtraum. So nennt der Unternehmer und Vater Kindy Fritsch das, was ihm vor zwei Jahren im Mai 2024 passiert ist: „Et kënnt ee moies op de Büro an da steet do d’Police mat engem Huissier an engem Administrateur provisoire, deen iech eng Signifikatioun gëtt vun engem Reférés-Gericht an deen iech vun ärer Funktioun entbënnt.“
Im Klartext bedeutet das: Ein Gericht hat beim Unternehmen „Greenfinch Capital Management“ (GCM) eine Zahlungsunfähigkeit festgestellt und im Eilverfahren eine einstweilige Verfügung erlassen. Zeitgleich hat ein Insolvenzverwalter fortan die Geschäftsleitung übernommen. Zu diesem Zeitpunkt ist GCM laut Fritsch das Verwaltungsorgan eines Geflechts aus 18 Gesellschaften. Der Unternehmer beziffert das verwaltete Finanzvolumen im Gespräch mit dem Tageblatt auf über 1,5 Milliarden Euro. Dahinter verbergen sich zahlreiche Grundstücke und brachliegende Projekte, unter anderem „Muart-Hal“ und „Scholesch Eck“ in Esch, „Gantebeensmillen“ in Hesperingen und mehrere Immobilien, etwa die Gebäudekomplexe in der rue de Bitbourg in Hamm. Dort mieten der Staat und der Wirtschaftsprüfer Grant Thornton. Letzterer brachte Fritschs Firmenimperium zu Fall.