Esch
Kinder ab vier Monaten trainieren bald im „Little Gym“
In Esch eröffnet Ende März das Kinderfitnessstudio „The Little Gym“. Betreiberin Eva Köszeghy erklärt das Konzept und warum sie hierfür die Minettemetropole aussuchte. Standort ist das Nebengebäude des Cactus Brill.
Das Kinderturn-Angebot soll am 28. März in Esch starten Foto: Editpress/Julien Garroy
In Esch eröffnet Ende März ein neues Fitnesskonzept – speziell für Kinder. Die amerikanische Franchise „The Little Gym“ gibt es seit rund 25 Jahren auch in Europa. Im Nebengebäude des Cactus Brill, wo sich das ehemalige Geschäft der insolventen Casa-Kette befand, sollen künftig Kinder ab vier Monaten in die Welt der Gymnastik eintauchen können. Franchise-Betreiberin Eva Köszeghy erklärt, wie das Konzept funktioniert – und warum für sie nur Esch als Standort infrage kam.
Eva Köszeghy ist die Franchise-Betreiberin und hofft auf neugierige Eltern und Kinder Foto: Editpress/Julien Garroy
Die Eröffnung ist für den 28. März geplant – „hoffentlich“, sagt die 40-Jährige im Gespräch mit dem Tageblatt. Die Renovierungsarbeiten laufen, die Geräte, die aus den USA geliefert werden, stehen allerdings noch aus. Für Köszeghy, die selbst Escherin ist, war schnell klar, dass sie ihr eigenes Gym für Kinder hier eröffnen möchte. Im Alter von acht Jahren kam sie mit ihren Eltern aus der Slowakei nach Luxemburg und lebte lange Zeit in der Alzette-Straße, bevor es sie später nach Bonneweg verschlug.
Ein Studio der Franchise gibt es bereits seit 2004 in Bartringen. Die Escherin lernte das Konzept während ihrer Tätigkeit für die Europäische Kommission in Brüssel kennen. „Ich suchte damals eine gemeinsame Beschäftigung für meinen Sohn, meinen Mann und mich und bin so auf die Franchise gestoßen“, erzählt sie.
Strukturiertes Franchise-Konzept
Nach sechs Jahren als auswärtige Expertin der Steuerverwaltung im Dienst der EU-Kommission kehrte sie nach Luxemburg zurück – und stellte fest, dass das Angebot an Gymnastikunterricht für Kinder hierzulande sehr begrenzt war. „Die Wochenendkurse in Bartringen waren ausgebucht, und mein Sohn fragte immer wieder, wann er wieder ins ‚Little Gym‘ gehen könne.“ Aus dieser Situation heraus entstand die Idee, selbst ein Studio zu eröffnen.
Aktuell finden noch Streicharbeiten statt – Ende Februar sollen die Räumlichkeiten bereit sein zum Einrichten Foto: Editpress/Julien Garroy
Mittlerweile ist die Familie weiter gewachsen: Neben ihrem inzwischen sechsjährigen Sohn hat Köszeghy Zwillinge, die bald zwei Jahre alt werden. „Drei Teilnehmer habe ich also schon“, sagt sie lachend. Gemeinsam mit ihrem Team absolvierte sie die vorgeschriebenen Schulungen der Franchise, unter anderem bei Seminaren in England und den USA. Das Konzept ist klar strukturiert: Programme, Kursinhalte, Raumgestaltung und Installationen sind international standardisiert und müssen überall gleich umgesetzt werden.
Einen bewussten Akzent setzt Köszeghy dennoch: „Bildschirme wird es in Esch keine geben. Wir haben zu Hause keinen Fernseher – ich möchte die Kinder von Bildschirmen wegbringen.“
Dreidimensionales Lernen
Inhaltlich basiert das Konzept auf drei Säulen, erklärt die Dreifach-Mutter: „Get Moving“ soll die körperliche Entwicklung fördern, „Brain Boost“ kognitive Fähigkeiten und Problemlösung unterstützen und „Life Skills“ auf soziale sowie emotionale Kompetenzen abzielen. „Es geht dabei nicht um Wettbewerb“, betont Köszeghy. „Die Kinder und auch die Eltern sollen sich wohlfühlen und eine tiefere Verbindung zueinander aufbauen.“
Auch das Farbkonzept des Raums ist von der Franchise vorgegeben Foto: Editpress/Julien Garroy
Das Kursangebot ist in Altersgruppen aufgeteilt: Eltern-Kind-Kurse richten sich an Kinder von vier Monaten bis drei Jahren, die sogenannte Vorschulgymnastik an Drei- bis Sechsjährige und die Grundschulgymnastik an Sechs- bis Zwölfjährige. Die Einheiten dauern je nach Alter zwischen 45 und 60 Minuten. „Die Kinder lernen spielerisch Gymnastikübungen, wir singen viel, und in jeder Stunde gibt es auch eine Phase des freien Entdeckens, in der sie die Geräte ausprobieren und sich austoben können“, erklärt Köszeghy.
Während die Lieder ursprünglich auf Englisch sind und in Bartringen auf Französisch gesungen werden, setzt man in Esch auf Luxemburgisch – die Betreiberin hat die Texte selbst übersetzt. Damit wolle sie auch die sprachliche Entwicklung fördern. Gleichzeitig ist das Team international aufgestellt, unter anderem mit einem Trainer aus Portugal.
Über Zukunftsträume
Pro Kurs können bis zu 18 Kinder teilnehmen, betreut von drei Trainern. In den Eltern-Kind-Programmen dürfen in der Regel beide Elternteile dabei sein, sofern die Kapazitäten es zulassen. Die Kurse haben ihren Preis: Die Einschreibegebühr beträgt 129 Euro, der erste Monat ist darin enthalten. Danach kostet die Mitgliedschaft 99 Euro monatlich bei einer Laufzeit von einem Jahr – mit Stornierungsrecht.
Rund 250 Anfragen seien bereits eingegangen, berichtet Köszeghy – in den kommenden Wochen würden die Familien kontaktiert und die Kinder den passenden Gruppen zugeteilt. Eine Anmeldung sei grundsätzlich fortlaufend möglich, auch Schnupperkurse können besucht werden. Die meisten Anfragen kommen laut Köszeghy eher von internationalen Anwohnerinnen und Anwohnern, sie würde sich aber auch über das Interesse von „alteingesessenen Eschern“ freuen.
Langfristig soll das Angebot erweitert werden: Kindergeburtstage können künftig im „Little Gym“ gefeiert werden, ab Sommer sind Ferienprogramme geplant – eine sportlich ausgerichtete Tagesbetreuung. Die regulären Kurse sollen auch während der Sommermonate stattfinden. Noch arbeitet Köszeghy in Teilzeit bei der Steuerverwaltung, doch sie möchte sich am liebsten ganz ihrem neuen Projekt widmen. Und sie denkt bereits weiter: „Trier wäre ein toller nächster Standort.“