Im Gespräch

Keine schlechte Zeiten für Jazz: Schlagzeuger Benoît Martiny über das neue Album „Moons of Uranus“

Das neue Album von Benoît Martinys Band und Gästen ist ein ausuferndes Konzeptalbum, das Anleihen aus Krautrock und Free-Jazz mit Versatzstücken aus Reggae und Progrock hybridisiert. „Moons of Uranus“ ist der Live-Mitschnitt eines Konzertes, das 2019 in der Philharmonie eingespielt und improvisiert wurde – und das Martiny zum Anlass nehmen wollte, um 2020 zum großen Konzertjahr zu gestalten. Wegen der Pandemie wurden fast alle Frühjahrs- und Sommerkonzerte abgesagt, innerhalb eines Monats starben dann mit Steve Kaspar und Itaru Oki gleich zwei der auf dem Album eingeladenen Gäste. Pessimistisch zeigt sich Martiny dennoch nicht: Wir haben uns mit dem Schlagzeuger im städtischen Interview getroffen.

Schlagzeuger Benoît Martiny

Schlagzeuger Benoît Martiny Fotos: Editpress/Julien Garroy

„2020 sollte eigentlich ein BMB-Jahr (Benoît-Martiny-Band, Anm. der Red.) werden“, erklärt uns der charismatische Schlagzeuger während unseres Treffens im Interview. Hier erscheint die Welt fast normal – nur die Eiseskälte, die ins Café eindringt und die der sicherheitsbedingten, dauerhaften Durchlüftung der Kneipe geschuldet ist, erinnert daran, dass wir in Ausnahmezeiten leben. „Aber dann wurden im Frühjahr alle zehn Konzerte, die ich geplant hatte, abgesagt.“

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