Grundschule
Kehlen: Niemand möchte mit dem Finger auf den Bürgermeister zeigen
Vor den Sommerferien stand die Grundschule in Kehlen durch mehrere positive Covid-Fälle im Fokus der Öffentlichkeit. Die Schule hatte sich damals dazu entschieden, auf völlige Transparenz zu setzen. Seit der „Rentrée“ hat sich das geändert. Der Bürgermeister, der gleichzeitig CSV-Generalsekretär ist, verkündet einen Burn-out und zieht sich zurück. Die Tageblatt-Anfrage, eine Reportage in der Schule machen zu dürfen, wird abgelehnt. Man solle Verständnis für die Situation zeigen. Was ist eigentlich in Kehlen passiert?
Der „Kiss & Go“-Parkplatz nahe der Kehlener Grundschule. Dort können die Eltern ihre Kinder mit dem Auto abholen oder rauslassen. Foto: Editpress/Eric Rings
Am 2. Juli wurden drei Schüler der Kehlener Grundschule positiv auf Covid-19 getestet. Das hatte zur Folge, dass drei Klassen auf einmal in Quarantäne gesetzt wurden. Einen Tag später äußerte sich der damalige Bürgermeister Felix Eischen, der gleichzeitig CSV-Generalsekretär war, in einer Mitteilung über die Situation. Zudem hatte die Grundschule auf ihrer Webseite einen Ticker eingerichtet, der zeitnah über die Lage informierte. Das Vorgehen von Gemeinde, Schule und Bürgermeister wirkte sehr transparent und reaktiv. Oder, wie es Paul Bodson, Präsident des Schulkomitees, gegenüber Tageblatt formulierte: „Unser Bürgermeister hat, im Gegensatz zu anderen Gemeinden mit dem gleichen Problem, eine gute und transparente Öffentlichkeitsarbeit gemacht.“ Deshalb sei man im Sommer im Gespräch gewesen, sagt er. Hier kann man sich die Frage stellen, ob nicht gerade die transparente Öffentlichkeitsarbeit dazu gedacht war, um den ganzen Gesprächen und Gerüchten über Kehlen den Wind aus den Segeln zu nehmen.