SOS-Kinderdorf

Kannerduerf setzt zwei Kommissionen ein, um Missbrauchsfälle aufzuklären

Nach Missbrauchsvorwürfen aus dem Jahr 2002 setzt die „Fondation Lëtzebuerger Kannerduerf“ eine unabhängige Expertenkommission und einen internen Audit an – ein Abschlussbericht ist binnen zwölf Monaten geplant. Zeugenaufrufe sollen bald folgen.

Kinderdorf Mersch mit spielenden Kindern und grünen Bäumen im Hintergrund, Archivbild der sozialen Einrichtung in Luxemburg

Das Kinderdorf in Mersch (Archivbild) Foto: Editpress/Anne Lommel

Die Vorwürfe wiegen schwer: Am 7. März des vergangenen Jahres hat Valérie Oberlé, Generaldirektorin und Präsidentin des Direktionskomitees des SOS-Kinderdorfs in Luxemburg, Anzeige erstattet. Der Grund: Eine ehemalige Bewohnerin des Dorfs hatte um Hilfe gebeten – wegen eines Missbrauchsfalls im Jahr 2002. Reporter.lu berichtete im Oktober des vergangenen Jahres als Erstes über den Fall. „Die Anzeige bezieht sich auf einen ehemaligen Leiter des ‚Kannerduerf‘“, zitiert das Rechercheportal Oberlé.

Fast 30 Jahre lang soll der Mann an der Spitze der Stiftung gestanden haben und auch nach seiner Pensionierung regelmäßig die Einrichtung besucht haben. 2015 soll ihm laut Reporter endgültig der Zutritt verboten worden sein. Nach einem „Vorfall“, bei dem der Mann mutmaßlich ein junges Mädchen unsittlich berührt hat. Laut der Vereinigung „Innocence in Danger“ soll es allerdings weitere Vorfälle gegeben haben.

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