Bereldingen
Justiz rollt alten Todesfall neu auf: Sohn soll eigene Mutter vergiftet haben
Zwölf Jahre nach dem Tod einer Frau in Bereldingen gibt es eine Wende: Ihr Sohn wurde wegen vorsätzlicher Tötung durch Gift angeklagt.
Der Beschuldigte befindet sich bereits aufgrund des Mordes an seiner Schwester und deren Ehemann hinter Gittern Foto: Arne Dedert/dpa
Ein alter Todesfall aus Bereldingen rückt erneut in den Fokus der Justiz. Zwölf Jahre nach dem Fund einer leblosen Frau in ihrer Badewanne wurde ihr Sohn einem Untersuchungsrichter vorgeführt und angeklagt. Ihm wird vorsätzlicher Mord an einem Elternteil durch Vergiftung vorgeworfen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Luxemburger Staatsanwaltschaft vom Donnerstag hervor. Die damals 56 Jahre alte Frau war in der Nacht vom 26. auf den 27. August 2014 tot in der Badewanne ihrer Wohnung in Bereldingen aufgefunden worden. Neue Erkenntnisse aus einem anderen Verfahren hatten im Januar 2018 zur Eröffnung einer gerichtlichen Untersuchung geführt.
Über Jahre hinweg liefen nach Angaben der Staatsanwaltschaft besonders aufwendige und komplexe Ermittlungen. Beteiligt waren unter anderem spezialisierte Ermittler der Generalinspektion der Polizei. Im Jahr 2025 erhielt das Verfahren unter der Leitung eines Untersuchungsrichters neuen Schwung. Dabei seien belastende Elemente aufgetaucht, die als schwerwiegend und übereinstimmend genug bewertet wurden, um den Sohn der Verstorbenen vorzuführen. Der Untersuchungsrichter erhob Anklage und erließ einen Haftbefehl.
Die gerichtliche Untersuchung läuft weiter. Die Staatsanwaltschaft erinnert in ihrer Mitteilung daran, dass für jede beschuldigte Person bis zu einer endgültigen gerichtlichen Entscheidung die Unschuldsvermutung gilt.
Der Beschuldigte ist der Justiz kein unbeschriebenes Blatt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilt. Beim Verdächtigen handelt es sich um einen Ex-Polizisten, der derzeit bereits eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes durch Vergiftung an seiner Schwester und deren Ehemann absitzt. Das Gericht kam 2020 zum Schluss, dass der Mann seinen beiden Opfern im Jahr 2016 Zyankali verabreichte, das Gift er zuvor in einen Likör gemischt hatte.