Auschwitz-Befreiung vor 75 Jahren
Josy Schlang ist durch die Hölle gegangen
Nicht nur die auf ihrem Unterarm eintätowierte Nummer hat die wenigen Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz gezeichnet. Auch das dort Erlittene hat sie ein Leben lang gekennzeichnet. Viele fühlten sich den Toten schuldig, über die Greuel zu berichten, die ihnen widerfahren waren. Andere vergruben das Leid tief in sich hinein. Vor der Gedenkzeremonie zum 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz möchte das Tageblatt an zwei Luxemburger Überlebende erinnern: an den Escher Josy Schlang, der im Resistenzmuseum tätig war und dort viel Aufklärungsarbeit leistete, und an Jeanne Salomon, deren Sohn Henri Juda heute dafür sorgt, dass ihr Schicksal nicht in Vergessenheit gerät. Stellvertretend für alle Opfer: Josy Schlang.
Josy Schlang bekam in Auschwitz die Nummer 141556 auf den Unterarm tätowiert
„Ein gebrochenes Leben”, schreibt Emile Haag in „Le Luxembourg au fil des siècles“ über den Auschwitz-Überlebenden Josy Schlang. Dieser hat die Hölle überlebt und die Erinnerung daran zeitlebens wie eine Bürde mit sich herumgetragen. Er hat sie aber nie verschweigen wollen. Nach seiner aktiven Zeit in Arbed-Belval hat er sich der Erinnerungsarbeit verschrieben. Dass er bei seinen Erzählungen seine Gefühle nicht immer im Griff hatte, ging seinen Zuhörern unter die Haut.