Kultur-News

Jean-Jacques Mailliet komponiert, Batty Webers Schreibtisch strahlt und Eric Thill unterschreibt

Was bewegte die Luxemburger Kulturszene diese Woche? Das Tageblatt präsentiert ausgewählte News im Kurzformat.

Symbolbild: Das Tageblatt präsentiert ausgewählte Kultur-News auf einen Blick

Symbolbild: Das Tageblatt präsentiert ausgewählte Kultur-News auf einen Blick Foto: Pexels

Jean-Jacques Mailliet komponiert Stück für Nationalfeiertag

Die Jury hat entschieden: Jean-Jacques Mailliet (siehe Foto), Jahrgang 1998, erhält 6.500 Euro für eine neue Komposition zum Nationalfeiertag 2026. Die Wahl trafen Katrin Reutlinger, Ivan Bouamns und David Laborier. Das Stück von Mailliet wird am 23. Juni in der Philharmonie vom hauseigenen Orchester vorgetragen.

Zu Mailliet: Der junge Musiker spielt mehrere Instrumente – hauptsächlich Violine – und ist als Komponist tätig. Darüber hinaus passt er Musikstücke für alternative Besetzungen oder Genres an. Der Weg dorthin begann früh – schon mit drei begann er, Violine zu spielen. Später besuchte er das Conservatoire de la ville de Luxembourg in den Bereichen „violon classique“ und Jazz. 2015 veröffentlichte er sein erstes Soloalbum mit dem Orchestre national de jazz de Luxembourg. Später schloss er einen Master in Jazz und Improvisation-Musik am Conservatoire de Paris ab und gründete die progressive Folk-Rock-Band Schaman.

Zu seinem Portfolio gehört auch die Zusammenarbeit mit Gast Waltzing und dem Orchestre philharmonique du Luxembourg. Zum Beispiel im Rahmen des Symphonieprojekts zum amerikanischen Filmemacher Clint Eastwood. Seine Stücke werden weltweit gespielt – vom Czech National Symphony Orchestra über das Tonkünstler Orchester Wien bis hin zum Orchestre de la Garde républicaine.


Batty Webers Schreibtisch ist gerettet

Blick ins Atelier: Der Schreibtisch von Batty Weber wurde zur Restaurierung in seine Einzelteile zerlegt

Blick ins Atelier: Der Schreibtisch von Batty Weber wurde zur Restaurierung in seine Einzelteile zerlegt Foto: CNL

Der Schreibtisch des Luxemburger Autors Batty Weber (1860-1940) erlitt 2021 durch die Überschwemmung des Centre national de littérature (CNL) starke Schäden. Der Fonds culturel national (Focuna) und das CNL lancierten deshalb im Januar 2026 eine Spendenaktion für die Restaurierung des Schreibtisches. Jetzt bedankt sich das Team noch vor Ablauf der Kampagne am 30. April: Die Kosten sind gedeckt, das überschüssige Geld wird – wie im Vorfeld angekündigt – in die Wiederherstellung von beschädigten Manuskripten und Plakaten investiert. Nach RTL-Informationen kamen über 20.000 Euro von rund 250 Einzelpersonen zusammen.

160

Stunden verbrachte ein Mitarbeiter der Zimmerei Dohm mit der Restaurierung des Schreibtischs von Batty Weber

Die Restaurierung des Schreibtischs übernahm die Zimmerei Dohm aus Hosingen. Es fielen 160 Arbeitsstunden dafür an. Das Publikum kann den Schreibtisch voraussichtlich Ende 2027 im CNL bewundern: Er soll Teil einer Ausstellung über Luxemburger Literatur werden. Ein genaues Datum steht noch nicht fest.


Wie sich die Renovierungen auf die Rotondes auswirken

Das Kulturzentrum Rotondes in Luxemburg wird seit 2025 renoviert. Eins der Gebäude (Rotonde 1) ist geschlossen, andere Bereiche können nur begrenzt genutzt werden. In einem Presseschreiben zieht das Team diese Woche eine erste Bilanz für 2025. Das Fazit: Die Rotondes passen sich an, das Publikum kommt trotz Baustellen.

Im Bereich „Arts de la scène“ wurden 17 Produktionen aufgeführt, die 8.000 Menschen besuchten. Es gab 68 Konzerte – und das Sommerfestival „Congés annulés“. Das zog über 9.000 Musikfans auf den Vorhof der Rotondes. Darüber hinaus beteiligte sich das Team der Rotondes an zahlreichen Projekten, veranstaltete Kreativ-Ateliers und arbeitete mit nationalen sowie internationalen Kunstinstitutionen zusammen.

Die Renovierung fordert aber auch Opfer. „Die Kunstmärkte und die Privatisierung von Räumlichkeiten sind zweifellos die Bereiche, die am stärksten von den Bauarbeiten betroffen sind. Die private Vermietung ist vollständig ausgesetzt; nur der Raum Co:Work steht weiterhin Künstlerkollektiven und soziokulturellen Akteuren zur Verfügung“, steht im Presseschreiben. Die „Foire aux disques“ sei ins „Schluechthaus“ verlegt worden, das Event „We Ride“ von Project Bike und der „Last-Minute Mini Christmas Market“ fanden in Zusammenarbeit mit der „Buvette“ des Cafés De Gudde Wëllen statt.


Luxemburg unterscheibt Konvention zur Koproduktion von Serien

Luxemburgs Kulturminister Eric Thill (DP) reiste diese Woche nach Lille zum „Séries Mania Forum“ – einem bedeutenden Treffpunkt für Serien. Am Donnerstag unterzeichnete Thill dort die Konvention des Europarats zur Koproduktion audiovisueller Serien. Es handlet sich um das erste internationale, juritische Instrument, das sich auf diesen Bereich bezieht. Das Ziel: „renforcer la diversité culturelle, soutenir les producteurs indépendants et favoriser une coopération accrue entre les pays européens dans un secteur en pleine mutation“.

Pour le Luxembourg, il s’agit d’un instrument stratégique qui renforcera notre capacité à coproduire, à attirer des talents et à faire rayonner nos histoires au-delà de nos frontières

Eric Thill

Luxemburger Kulturminister, Aussage zur europäischen Konvention für koproduzierte Serien

Das Abkommen hält Regeln zur finanziellen und kreativen Beteiligung, zur Transparenz und dem Umgang mit Rechten zwischen den Koproduzent*innen fest. „La convention permettra notamment aux coproductions internationales de bénéficier d’un statut assimilé à celui d’oeuvres nationales dans les pays partenaires“, steht zudem in der Pressemitteilung des Kulturministeriums. Dies erleichtere den Zugang zu öffentlichen Fördergeldern. Das stelle einen wichtigen Hebel bei der Finanzierung von Serien dar, besonders für kleinere audiovisuelle Industrien. Luxemburg zählt zu den ersten Ländern, die das Abkommen unterzeichnet haben.

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