Im Kino
In „Im Spiegel meiner Mutter“ verbindet Mord und Demenz mit der Suche nach der Wahrheit
Eine Archäologin gräbt in der Vergangenheit und gerät in die eigene Familiengeschichte: In „Im Spiegel meiner Mutter“ führt Jutta Brückner ihre Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Müttern und Töchtern fort. Doch zwischen den vielen bedeutungsschweren Bildern bleibt erstaunlich wenig Platz für eine Beziehung, deren Verletzungen man auch spüren könnte.
Spielen in „Im Spiegel meiner Mutter“ das Mutter-Tochter-Gespann: Hildegard Schmahl (l.) und Corinna Harfouch (r.) Foto: Coin Film/Daniela Knapp; Quelle: X Verleih
„Das Leben wartet auf dich mit all seinen Scheußlichkeiten.“ Wer mit diesem Satz geweckt wird, dürfte wenig Anlass haben, sich auf den Tag zu freuen. Für Ursula Scheuner (Corinna Harfouch) beginnt so ein Film voller düsterer Vorzeichen. Schon der Weckerklingelton liefert die passende Lebensanschauung. Später wird von offenen Rechnungen gesprochen, die noch zu begleichen sind. Die Seelen brauchen lange, bis sie zur Ruhe kommen, heißt es weiter. Es gibt viel zu bewältigen in Jutta Brückners neuem Film „Im Spiegel meiner Mutter“, und kaum etwas darf einfach für sich stehen.