Minderjährige verletzt Mitschülerin mit Messer
Hoffnung und Besorgnis: Was ein Hilfeschrei der Staatsanwaltschaft auslöst
Der Vorfall diese Woche, als ein 14-jähriges Mädchen eine Mitschülerin mit einem Messer verletzte, hat Bestürzung ausgelöst. Die Staatsanwaltschaft kritisiert das Fehlen konkreter Betreuungseinrichtungen in der Jugendpsychiatrie. So sehen es auch Psychologe Gilbert Pregno und „Ombudsman“ Charel Schmit. Zudem wiederholen sie eine alte Forderung: Ein Gefängnis sei kein Ort für Minderjährige.
Charel Schmit: „Jugendliche mit psychischen Problemen gehören nicht ins Gefängnis“ Foto: Editpress/Julien Garroy
Zum Vorfall mit dem Messer selbst hat Charel Schmit sich wenig geäußert: „Es fehlt zur Stunde noch an verlässlichen Informationen über Ursachen oder Tathergang.“ Deutlicher wird der „Ombudsman fir Kanner a Jugendlecher“ (OKAJU) aber in einer Pressemitteilung. Dort drückt er seine „tiefe Besorgnis“ über die Unterbringung einer 14-Jährigen in Schrassig aus. Das Mädchen war, nach einer Messerattacke auf eine Mitschülerin am vergangenen Mittwoch, dorthin gebracht worden, weil in der eigentlich für Jugendliche vorgesehenen Einrichtung in Dreiborn (Unisec) kein Platz mehr war. Der OKAJU schreibt: „Die wiederkehrende Überlastung der Unisec kann solche Unterbringungen nicht länger rechtfertigen“, sie stelle keine geeignete Lösung dar, sagt Schmit, weist aber auch darauf hin, dass es in Luxemburg leider keine geeigneten Alternativen gibt.