Freizeit
History Tour in Asselborn: Von eitlen Postmeistern, besorgten Stoffhändlern und einem kleinen Dorf
In Asselborn geht es ruhig und gemächlich zu. Das idyllische Dorf gehört zur Gemeinde Wintger. Die flächenmäßig größte Gemeinde des Landes ist dünn besiedelt. Statistisch gesehen verteilen sich 41,4 Menschen auf einen Quadratkilometer, in Esch/Alzette sind es rund 2.500. Man muss also Wege zurücklegen. Das musste man vor 500 Jahren auch. Da war Asselborn die Poststation auf der Route zwischen Brüssel und Innsbruck. Auf den „History-Touren“ lebt diese Zeit wieder auf. Sie ist zwar endgültig vergangen und trotzdem finden sich Parallelen zu heute.
Postmeister Franz Kleffer auf der History Tour, die die Besucher ins 16. Jahrhundert versetzt. Er wird gespielt von Jang Weber (67), einem pensionierten Grundschullehrer, der wie seine Kollegen vom ORT Ardennen als Touristenführer zertifiziert ist. Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Franz Kleffer, der Postmeister, ist eine Erscheinung. Der große Hut, die aufwendig gefertigte Jacke mit dem merkwürdig-altmodischen Stehkragen, er fällt auf. Sowieso weiß er sich schon damals in Szene zu setzen. Der Mann, der über die Briefe wacht und dafür sorgen muss, dass Dokumente ankommen, ist eitel, geldgierig und hält sich für etwas Besseres. Dabei wirtschaftet er überwiegend in die eigene Tasche und zeigt jedem, der will oder auch nicht, den mit klimpernden Geldstücken gefüllten Beutel an seinem Gürtel.