Serie
Historisches und architektonisches Esch (39): Habitations à bon marché
Die Gemeinnützige anonyme Baugesellschaft für billige Wohnungen wurde 1919 als Reaktion auf die Wohnungsnot gegründet, von der insbesondere das Erzbecken seit dem Ende des 19. Jahrhunderts betroffen war. Die Aktionäre der Gesellschaft waren: der Staat und die Sozialversicherungsanstalten, die Arbed, mehrere Gemeinden, darunter die Stadt Esch/Alzette, sowie einige andere Unternehmen. Ihr „ausschließlicher Zweck ist der Bau, Kauf, Verkauf und die Vermietung von Wohnungen, die als Wohnraum für Personen dienen sollen, die wie Arbeiter, Handwerker, Kleinbauern oder Angestellte hauptsächlich von ihrer Arbeit oder ihrem Gehalt leben und noch kein Haus besitzen“. 1955 wurde daraus die „Société nationale des habitations à bon marché“ (SNHBM).
Gruppe von sechs Einfamilienhäusern in der rue Karl Marx. Architekt Joseph Jentgen. Foto: © Christof Weber, 2015
Von 1921 bis 1938 baute die Gesellschaft etwa hundert Wohnungen in Esch/Alzette. Die Architektur der Häuser folgte zunächst Modellen, die zu Beginn des Jahrhunderts für den Kleinwohnungsbau entwickelt worden waren und oft bürgerlichen Häusern nachempfunden waren. Die Pläne für die Häuser in Esch wurden von den Architekten Joseph Jentgen (1886-1945) und François Gangler (1898-1971) erstellt. Jentgen arbeitete nur kurze Zeit für die Gesellschaft, Gangler blieb bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1959 angestellt. Etwa die Hälfte der Häuser in Esch wurde von ihm entworfen. Die Firma Crolla Frères war u.a. für die Ausführung der Gebäude verantwortlich.