Serie
Historisches und architektonisches Esch (22): Casa grande
Die Casa grande (großes Haus) – auch Casa dei Romagnoli (Haus der italienischen Einwanderer aus der Provinz Romagna) genannt – ist ein historisches Monument für sich, ein Gebäude, das die Geschichte einer Migration und des antifaschistischen Kampfes erzählt.
Die Casa grande heute Foto: © Christof Weber, 2015
Das Haus Nummer 64 in der Hoehl (heute rue Jean-Pierre Bausch) gehörte zu Beginn des Jahrhunderts dem „Grousse Mätt“ (großer Mathias). Mathias Diedert (1847-1923), ein Grundeigentümer aus Junglinster, ließ das Gebäude 1905 errichten. Er besaß mehrere Häuser in der Hoehl und betrieb ein Café im Haus Nummer 60. In der Casa grande lebten nur Italiener, acht Familien, alle aus der Region der Marken in Mittelitalien. Sie alle kamen aus den Nachbargemeinden Mercatino Marecchia, Talamello und Sant‘ Agata Feltria (Provinz Pesaro), die nur wenige Kilometer von San Marino und der Romagna entfernt liegen. Sie betrachteten sich selbst als Romagnoli und nicht als Marcheggiani. Haus der Romagna? Es war mehr als das. In jeder Familie gab es mindestens einen Musiker, und viele von ihnen überquerten die Alpen mit der Klarinette unter dem Arm.