Royaler Besuch in Grevenmacher
Großherzog Henri und seine Frau Maria Teresa erleben den „Miseler Way of Life“
Donnerstag, Vorabend zum Nationalfeiertag: In Grevenmacher richtet man gegen 17 Uhr bange Blicke gen Himmel. Dunkle Wolken hängen bedrohlich über der „Moselmetropole“. Dennoch sind die „Maacher Leit“ in freudiger Erwartung auf den Besuch von Großherzog Henri und seiner Frau Maria Teresa.
Maria Teresa wird unter großem Jubel empfangen Foto: Herbert Becker
Die Turmuhr der St-Laurent-Pfarrkirche schlägt die volle Stunde, die Sonne bahnt sich ihren Weg durch das Wolkengebilde und der royale Tross fährt vor. Vielstimmiger Jubel brandet auf dem Marktplatz am Rathaus auf, als das Regentenpaar aus seinem Wagen steigt. Die unzähligen Schul- und Kindergartenkinder, mit kleinen Kronen geschmückt, schwenken aufgeregt ihre Fähnchen. Die „Maacher Stadmusek“ intoniert den „Wilhelmus“, während Député-maire Léon Gloden die royalen Gäste begrüßt. Er führt die hohen Gäste durch das Spalier der Ehrengäste, unter ihnen der Maacher Schöffenrat, die Minister der Ost-Kantone Paulette Lenert, Lex Delles und Henri Kox, Kammerpräsident Fernand Etgen sowie die Abgeordneten aus dem Osten des Landes neben zahlreichen Bürgermeisterkollegen aus den benachbarten Moselgemeinden mit Weinkönigin Zoé und ihren Prinzessinnen.
„Full House“ – oder eher „full street“ Foto: Herbert Becker
Multikulturell mit Bürgern aus 85 Nationen
Die fünfjährige Finny Schiltz überreicht Maria Teresa mit strahlenden Augen ein Blumengebinde, unzählige Kameras klicken, um die besonderen Momente einzufangen.
In seiner Begrüßungsansprache richtet Léon Gloden ein herzliches „Wëllkomm“ an das großherzogliche Paar. Die Gemeindeautoritäten und die Bürgerinnen und Bürger der Moselstadt betrachten den Besuch als eine außergewöhnliche Ehre, so Gloden. „Grevenmacher ist eine multikulturell ausgerichtete Stadt mit Bürgern aus 85 Nationen. Das friedliche Miteinander ist ein prägender Teil des ‚Miseler Way of Life’“, betont der Rathauschef.
Grüße aus Indien an den Großherzog Foto: Herbert Becker
Gloden bezeichnet Grevenmacher als Stadt im ländlichen Raum und zitiert aus der „Heemecht“: „Wou d’Rief laanscht Musel dofteg bléit, den Himmel Wäin ons mécht“, dies treffe auf Grevenmacher zu, zumal man auch noch eine Weinbergslage namens „Am Paradäis“ sein Eigen nennt.
Auch hebt er in seiner Grußadresse bekannte Söhne der Stadt hervor, darunter den Maler Frantz Seimetz, der sich durch seine tiefe Verbundenheit zur Stadt hervortat, sowie Mathias Schou, genannt de „Blannen Theis“, der als Erster Lieder in luxemburgischer Sprache bei zahlreichen Festivitäten zum Besten gab.
Durften nicht fehlen: Weinkönigin Zoé mit ihren Prinzessinnen Foto: Herbert Becker
Nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt genießt das royale Paar ein ausgedehntes Bad in der Menge auf dem Festgelände. Marie-Claire und Carlo aus Wasserbillig erhaschen ein Foto mit Maria-Teresa und meinen: „Wir finden es ganz toll hier und das beweist, dass die großherzogliche Familie eng mit der Bevölkerung verbunden ist.“
Das Besuchsprogramm wird mit einer Visite der „Zéintscheier“ fortgeführt. Das historische Gebäude aus dem 17. Jahrhundert beherbergt heute das „Centre de rencontre, d’animation et d’information pour jeunes“, kurz CRIAJ. Bei einer Partie Kicker stellt der Großherzog sein Können unter Beweis. Nach einem Rundgang durch die Fußgängerzone führt die letzte Etappe zum Osburg-Haus, Sitz der regionalen Musikschule, und ein Gang durch den „Osburg-Gaart“.
Ausgelassen und stimmungsvoll endet der Vorabend des Nationalfeiertages in der „Moselmetropole“ mit einem bestens besuchten Konzert der bekannten Bands Cool Feet und Sonic Season.
Foto: Herbert Becker
Foto: Herbert Becker