Kunst
Graas, Junius, Maas, Dillenburg: Luxemburgs Kunstwelt trauert um gleich vier Maler
In diesen schweren Pandemie-Zeiten beklagen wir täglich neue Tote. Unabhängig davon haben sich Meldungen über Luxemburger Künstler, die in den vergangenen Wochen verstorben sind, gehäuft. Die Luxemburger Kunstwelt ist in Trauer. Maler Gust Graas, Maler Jim Junius, Malerin Ger Maas und letzte Woche auch Maler Henri Dillenburg, vier Künstler der ersten Nachkriegsgeneration, die Bestandteil der Luxemburger Kunstgeschichte sind, haben uns verlassen.
Jean-Pierre „Jim“ Junius im Alter von 90 Jahren in seinem Atelier
Auch wenn unsere Aufmerksamkeit in diesen Zeiten vor allem den verheerenden Auswirkungen der Pandemie gilt, geben diese vier Sterbefälle Anlass, diese Künstler in Erinnerung zu rufen und einen kurzen Rückblick auf ihr Werk zu wagen. Viele junge Luxemburger Künstler sind mit dem zeitgenössischen Kunstzentrum Casino Luxembourg und dem Mudam aufgewachsen, glauben, die bildende Kunst habe erst mit diesen Einrichtungen ihren Anlauf im Großherzogtum genommen. Sie kennen die heimische Kunstgeschichte kaum, auch weil wohl museal betrachtet zur Valorisierung derselben recht wenig getan wird, sieht man von einigen Initiativen des MNHA und rezent gar des Mudam sowie des „Musée Vauban“ ab. Die Idee einer Nationalgalerie mit der Mission, Luxemburger Künstler und ihr Werk „lebendig“ zu halten und der Nachwelt Dokumentation über ihr Schaffen zu hinterlassen, scheint zu verwässern oder gar in Vergessenheit zu geraten.