Unterwegs in Mons

Glockentürme, Wikipedia auf Papier und eine gigantische Werkschau über Rodins belgische Jahre

Die Schau „Rodin. Une Renaissance moderne“ lockt zurzeit in den frisch renovierten Museumskomplex CAP (Culture, Art et Patrimoine) nach Mons. Die Stadtgeschichte des wallonischen Städtchens kann man sich vom Glockenturm aus wie im Kellergewölbe des CAP erschließen. Mit dem Mundaneum entstand in Mons lange vor Wikipedia das erste weltweite Schlagwortarchiv.

Analoges Wikipedia in Mons: das Mundaneum

Analoges Wikipedia in Mons: das Mundaneum Foto: Christian Hildebrand/Eurostar

Im August 1837 soll Victor Hugo das im Südwesten Belgiens liegende Mons besucht haben. Fasziniert von der Stadt, beschrieb er diese in warmen Worten und doch recht abgehoben. Sie sei kurios. In Mons gäbe es keinen gotischen Glockenturm, denn die Stiftskirche Sainte-Waudru habe nur ein kleines, unbedeutendes Glockentürmchen aus Schiefer, aber die Silhouette der Stadt sei mit drei Belfrieden beladen. Über den höchsten dieser drei Türme, der an der Stelle des alten Schlosses am Ende des 17. Jahrhunderts errichtet wurde, schrieb er an seine Frau: „Figure-toi une énorme cafetière flanquée au-dessous du ventre de quatre théières moins grosses. Ce serait laid si ce n’était grand. La grandeur sauve.“

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