Theater

Gipfelstürmerinnen: „Monte Rosa“ von Teresa Dopler im Kaleidoskop Theater

Nach Marion Rothhaars „Körper am Ende der Welt“ über die Ausbeutung und den Leistungsdruck junger Sportgymnastinnen zeigt Heidemarie Gohde in ihrer Inszenierung von „Monte Rosa“ drei Bergsteigerinnen, die um jeden Preis den Gipfel erreichen möchten – und das trotz einer Welt, die langsam zerbröckelt.

A (Brigitte Urhausen), C (Jil Devresse) und B (Rosalie Maes) sind drei übermotivierte Bergsteigerinnen

A (Brigitte Urhausen), C (Jil Devresse) und B (Rosalie Maes) sind drei übermotivierte Bergsteigerinnen Foto: Roland Jakobi

Drei eigentlich geschlechtslose, in der aktuellen Kaleidoskop-Produktion aber von Frauen verkörperte Bergsteiger(innen) klettern in den Alpen, den Gipfel des Matterhorn stets im Blick. A (Brigitte Urhausen), B (Rosalie Maes) und Cs (Jil Devresse) Wege kreuzen sich dabei immer wieder, die drei tauschen sich aus – über ihre vergangenen Eskapaden, andere Bergsteiger, die sie getroffen haben, Seilschaften, Steinbrüche. Sie begutachten die Dehnbarkeit ihrer Körper, bewundern Beinmuskulaturen, kritisieren zu große Hintern, fragen sich, ob sie sich als Partner zusammentun oder lieber doch allein bleiben sollen, reden immer wieder aneinander vorbei oder geben absurde Maximen von sich („Es ist gefährlich, als Bergsteiger unglücklich zu sein“) – fast fühlt es sich an wie eine Kletterpartie mit Samuel Beckett.

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