Drogenprävention
Gesund aufwachsen: Mersch startet Initiative für Kinder und Jugendliche
Wie können Kinder und Jugendliche stark und widerstandsfähig aufwachsen und wie lässt sich Suchtverhalten frühzeitig vorbeugen? Mit diesen Fragen eröffnete die Gemeinde Mersch am 10. Juni eine neue Veranstaltungsreihe rund um Gesundheit und Wohlbefinden.
Eines der Flyer vom Cnapa, dem „Centre National de Prèvention des Addictions“ Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Am Mittwoch, dem 10. Juni 2026, lud die Gemeinde Mersch in die „Hall Irbicht“ ein. Unter dem Titel „Grandir en bonne santé: Aufwachsen in guter Gesundheit“ fand eine öffentliche Konferenz statt. Diese widmete sich dem Thema, das Familien, Fachleute und die gesamte Bevölkerung gleichermaßen betrifft: Wie können Kinder und Jugendliche stark und widerstandsfähig aufwachsen und wie lässt sich Suchtverhalten frühzeitig und nachhaltig vorbeugen?
Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts „Gesond Gemeng“ statt, einer kommunalen Initiative zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden auf Gemeindeebene. Sie markierte den offiziellen Startschuss für eine ganze Reihe geplanter Begegnungen, bei denen Bürger, institutionelle Akteure und Vertreter der Zivilgesellschaft gemeinsam an einer besseren Zukunft arbeiten. Die Gemeinde Mersch unterstreicht damit ihr Engagement für eine zukunftsorientierte Gesundheitspolitik vor Ort.
Referent des Abends war Psychotherapeut Sacha Bachim vom nationalen Suchtpräventionszentrum Cnapa. Er erläuterte, dass die Arbeit des Cnapa weit über die klassische Aufklärung über Alkohol, Tabak oder Cannabis hinausgeht. Im Mittelpunkt steht die Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden. Anhand aktueller Studien zeigte er auf, dass psychische Belastungen bei Jugendlichen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen haben. Besonders seit der Corona-Pandemie seien Depressionen und Angststörungen häufiger geworden, gleichzeitig stehe die junge Generation unter wachsendem Leistungs- und Erwartungsdruck.
Beim Thema Alkohol gab es eine bessere Entwicklung: Jugendliche beginnen heute später mit dem Konsum als noch vor einigen Jahren. Dennoch liegt Luxemburg im europäischen Vergleich weiterhin über dem Durchschnitt, und exzessiver Konsum bleibt ein Problem. Besonders kritisch beurteilte Bachim neue Nikotinprodukte wie Vapes und Nikotinbeutel, die gezielt an junge Menschen vermarktet werden und aufgrund ihres hohen Nikotingehalts schnell abhängig machen können. Auch beim Cannabis warnte er: Die gesundheitlichen Risiken für Jugendliche sind real und nicht zu unterschätzen.
Ein zentraler Begriff des Abends war die Resilienz, die Fähigkeit, Krisen und Belastungen erfolgreich zu bewältigen. Forschungsergebnisse zeigen, dass resiliente Kinder und Jugendliche deutlich seltener in eine Sucht fallen. Entscheidend dafür seien stabile Beziehungen zu vertrauenswürdigen Erwachsenen, oder ein allgemeines positives Vorbild, positive soziale Kontakte und Erfolgserlebnisse im Alltag. Gemeinden könnten dabei eine wichtige Rolle spielen, indem sie entsprechende Angebote und gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen schaffen und dafür sorgen, dass diese Angebote die Kinder und Jugendlichen auch wirklich erreichen.
Die Konferenz sendete ein klares Signal: Suchtprävention bedeutet weit mehr als das bloße Verhindern von Konsum. Wer Kinder und Jugendliche stärkt und ihnen ein unterstützendes Umfeld bietet, legt den Grundstein für eine gesündere Zukunft.