Grevenmacher

Genossenschaften im Fokus: OGBL sucht Wege aus der Wohnungsnot

Wohnraum ist knapp und teuer. Lösungen sind gefragt. Beim Frühstücksgespräch der OGBL-Sektion Musel-Sauer rücken Wohnungsbaugenossenschaften als möglicher Ausweg in den Fokus der Diskussion.

Drei Personen bei Frühstücksdiskussion über Wohnungsbaugenossenschaften: Céline Zimmer, Paulette Lenert, David Angel

Wohnungsbaugenossenschaften als Frühstücksthema: (v.l.) Céline Zimmer, Paulette Lenert, David Angel Foto: Marco Goetz

Die OGBL-Sektion Musel-Sauer hat am Samstag zu einem ihrer traditionellen Frühstücksgespräche nach Grevenmacher eingeladen.

Im Mittelpunkt stand diesmal die Wohnungsnot. Ein Thema, das seit Jahren präsent ist und weiter an Schärfe gewinnt. Der Tenor der Diskussion war eindeutig: Es muss etwas geschehen. Wohnen müsse bezahlbar bleiben, ein Leben in Würde ermöglichen und aus einem normalen Einkommen finanzierbar sein. Tatsächlich entwickelt sich der Markt in die entgegengesetzte Richtung. Die Immobilienpreise sind in den vergangenen Jahren deutlich stärker gestiegen als die Löhne.

Vor diesem Hintergrund ging es am Samstagmorgen um eine zentrale Frage: Können Wohnungsbaugenossenschaften ein Ausweg sein oder zumindest ein Teil der Lösung?

Impulse dazu lieferten unter anderem Paulette Lenert (LSAP), David Angel und Dan Zebrowsky vom OGBL sowie die Architektin Céline Zimmer. Sie verwiesen auf Modelle, die international längst etabliert sind – und erfolgreich. In Städten wie Zürich, München oder Barcelona zum Beispiel entstehen seit Jahren Wohnungen in genossenschaftlicher Trägerschaft: nicht gewinnorientiert, sondern auf Kostendeckung ausgelegt.

Die Grundidee ist ebenso einfach wie weitreichend. Wohnungen gehören nicht einzelnen Eigentümern, sondern einer Gemeinschaft. Die Bewohner sind Mitglieder, bringen Kapital ein und entscheiden gemeinsam über Projekte und Entwicklung. Die Mieten orientieren sich an den tatsächlichen Kosten, nicht am Markt. Spekulation wird damit systematisch ausgeschlossen. Ziel ist nicht Rendite, sondern dauerhaft bezahlbarer Wohnraum.

In der Diskussion wurde deutlich, dass dieses Modell in Luxemburg zunehmend an Aufmerksamkeit gewinnt. Interesse sei vorhanden, bei Gemeinden, staatlichen Akteuren und privaten Initiativen. Gleichzeitig wurde betont, dass es dafür aber auch neue Allianzen braucht. Gewerkschaften, so hieß es, könnten dabei eine Rolle als Impulsgeber übernehmen und Projekte mit anstoßen.

Konkrete Lösungen wurden am Samstag nicht präsentiert. Dafür eine klare Erkenntnis: Die Wohnungsfrage lässt sich nicht mit einem einzelnen Instrument lösen. Gefragt sind verschiedene Ansätze und die Bereitschaft, umzudenken und neue Wege zu prüfen. Einig waren sich die Teilnehmer in einem Punkt: So wie es ist, kann es nicht bleiben.

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