Filmfestival in Luxemburg
Generation Widerstand: Die mangelhafte Aufarbeitung der Militärdiktatur im brasilianischen Kino
Einmal mehr hat sich gezeigt, wie wichtig kleine, spezialisierte Film-Festivals sind: Sie zeigen Produktionen, die im üblichen Kinoprogramm sonst selten zu sehen sind, wie auch potenzielle Erfolgsfilme – wie etwa das von Cultura Brasileira em Luxemburgo organisierte „Festival du film brésilien“. Die Zuschauer konnten sich von einigen Beispielen des brasilianischen Films zwischen politischem Anspruch und Gesellschaftskritik überzeugen.
Wagner Moura in „O Agente Secreto“ Foto: Cine Ceará
Der am vergangenen Samstag im Düdelinger CinéStarlight gezeigte „O Agente Secreto“ (2025) von Kleber Mendonça Filho spielt im Jahr 1977 während der brasilianischen Militärdiktatur. Der Film, nicht zuletzt von Kindheitserinnerungen des Regisseurs und seinem vorherigen Dokumentarfilm „Retratos Fantasmas“ inspiriert, handelt von Armando, einem ehemaligen Universitätsprofessor Anfang 40, der mit seinem VW Käfer von São Paulo nach Recife fährt. Wegen „subversiver Aktivitäten“ verfolgt, kommt er unter dem Decknamen Marcelo bei Dona Sebastiana unter, bei der noch andere Personen Schutz finden. Armando trifft seinen kleinen Sohn Fernando wieder, der nach dem Tod seiner Mutter bei den Großeltern mütterlicherseits aufwächst. Dona Sebastiana verschafft ihm eine Anstellung bei der örtlichen Meldebehörde.