Mobbing im CHEM

Generaldirektor Daniel Cardao kündigt externe Prüfung an

Nach den Mobbingvorwürfen, mit dem das „Centre hospitalier Emile Mayrisch“ (CHEM) im August Schlagzeilen gemacht hat, veranlasst das Krankenhaus nun eine externe Prüfung. Diese wird vom Coachinginstitut Colleen Besch durchgeführt. Mitte Oktober werden die Ergebnisse erwartet.

20 Arbeitnehmer hatten sich im August an den Präsidenten des Verwaltungsrates gewandt – sie werfen einer Chefin vor, Mitarbeiter seit Monaten zu mobben. 

20 Arbeitnehmer hatten sich im August an den Präsidenten des Verwaltungsrates gewandt – sie werfen einer Chefin vor, Mitarbeiter seit Monaten zu mobben.  Foto: Editpress/Alain Rischard

20 Mitarbeiter des Escher CHEM hatten sich im August an den Präsidenten des Verwaltungsrates gewandt. Sie werfen einer Chefin vor, die Mitarbeiter ihrer Abteilung seit Monaten zu mobben. Weder die Personalvertretung noch ihre Vorgesetzten hätten ihnen geholfen, sodass sie keinen anderen Ausweg sahen, als sich an den Verwaltungsrat zu wenden.

Um Klarheit zu schaffen, habe der Präsident des Verwaltungsrates sich nun dazu entschieden, eine externe Prüfung durchführen zu lassen. Darüber informierte Daniel Cardao, der vorübergehende Generaldirektor, das Tageblatt am Donnerstag. „Wir wollen ein für allemal wissen, ob im CHEM gemobbt wird oder nicht“, sagt er. Die Prüfung wird vom luxemburgischen Coachinginstitut Colleen Besch durchgeführt, das auf Kommunikation, Leadership, Management sowie Work-Life-Balance und Performance spezialisiert ist. Es wird die Situation im CHEM durchleuchten, anonyme Interviews mit allen Mitarbeitern der Abteilung führen und daraufhin einen Bericht verfassen. „Aufgrund dieses Berichtes werden wir über eventuelle Maßnahmen entscheiden“, so Cardao. Im CHEM würde kein Mobbing toleriert, wiederholte der Generaldirektor.

Wir wollen ein für allemal wissen, ob im CHEM gemobbt wird oder nicht

Daniel Cardao

vorübergehender Generaldirektor des CHEM

Die Prüfung beginnt am 16. September und soll bis Mitte Oktober abgeschlossen sein. Erst dann will das Krankenhaus Stellung zu möglichem Mobbing innerhalb des Hauses beziehen.

Die Untersuchung bezieht sich ausschließlich auf die Situation in dieser einen Abteilung. Die Vorwürfe aus der „Maternité“, die zwei Hebammen Anfang des Monats geäußert hatten, werden in dieser Prüfung noch nicht mit einbezogen. „Wir haben noch nicht entschieden, ob wir im Fall der Entbindungsstation auch eine Prüfung durchführen“, sagt Chantal Gantrel, Präsidentin der Personalvertretung des CHEM. Die dortigen Beschwerden würden allerdings genauso ernst genommen. Es sei nur schlicht unmöglich, zwei Prüfungen gleichzeitig durchzuführen. Beide Fälle hätten gemeinsam, dass die Personen, die die Vorwürfe machen, nicht mehr im CHEM oder in einer anderen Abteilung arbeiten. „Diejenigen, die noch bei uns arbeiten, sind durch die aktuelle Situation extrem belastet“, sagt Gantrel.

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