Neue Funktion
Gemeinderechnungen lassen sich seit Februar über „MyGuichet“ abrufen
Kommunale Zahlungsaufforderungen kann man sich seit Kurzem in Luxemburg auch digital über „MyGuichet“ anzeigen lassen. Mehr als 10.000 Bürgerinnen und Bürger nutzen das Angebot bereits, wie am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mitgeteilt wurde.
Am Donnerstag informierten die Regierung, die Gemeindesyndikate SIGI und Syvicol und die Stadt Luxemburg über eine Neuerung im digitalen Bereich Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Rechnungen von Gemeinden müssen in Luxemburg nicht mehr zwingend per Post zugestellt werden. Denn: Seit Anfang Februar sind diese auch über die Plattform „MyGuichet“ abrufbar. Das teilten die Regierung, das „Syndicat intercommunal de gestion informatique“ (SIGI), das „Syndicat des villes et communes luxembourgeoises“ (Syvicol) und die Stadt Luxemburg am Donnerstagmorgen auf einer gemeinsamen Pressekonferenz im Digitalisierungsministerium mit. Alle Kommunen bieten diesen Dienst an.
Wer diesen nutzen will und Rechnungen künftig digital statt per Post erhalten möchte, muss die entsprechende Option im persönlichen Bereich von „MyGuichet“ aktivieren. Dazu loggt man sich auf myguichet.lu ein und wählt weiter unten den Menüpunkt „consulter mes factures communales“. Dort lässt sich festlegen, ob Zahlungsaufforderungen der Gemeinde über die Plattform angezeigt werden sollen oder ob man diesen Service nicht nutzen will.
Service wird genutzt
Mehr als 9.000 Personen haben sich seit Februar bereits dafür entschieden, ihre Rechnungen nicht mehr per Post zu erhalten. Das teilte Philippe Meyers, Präsident des SIGI, am Donnerstag mit. Ihm zufolge haben Nutzerinnen und Nutzer der 99 Mitgliedsgemeinden des SIGI bislang rund 130.000 Rechnungen über „MyGuichet“ abgerufen. Er stellte fest: „Die Bürger nehmen das Angebot gerne an.“
Hinzu kommen die Aktivierungen in der Stadt Luxemburg, die über ein eigenes IT-Verwaltungssystem verfügt und daher nicht dem SIGI angehört. Auch in der Hauptstadt stößt das Angebot auf Interesse: Rund 2.600 Bürgerinnen und Bürger rufen ihre Rechnungen bereits über „MyGuichet“ ab, erklärte der bei der Stadt Luxemburg für den Bereich Digitalisierung zuständige Schöffe Patrick Goldschmidt (DP). Ihm zufolge müssen Rechnungen nun nicht mehr in dicken Ordnern gesammelt werden.
Aber auch für die Gemeinden bringt die Umstellung Vorteile mit sich, betonte der Vizepräsident des Syvicol, Serge Hoffmann: „Es wird die Arbeit vereinfachen. Denn das Versenden von Zahlungsaufforderungen kostet Aufwand und Zeit.“ Zudem verwies er auf den ökologischen Nutzen. Gleichzeitig müssten die Kommunen jene weiter unterstützen, die in der digitalen Welt weniger zu Hause sind – etwa durch entsprechende Weiterbildungen.
Analoger Weg bleibt bestehen
Der Minister für innere Angelegenheiten, Léon Gloden (CSV), betonte, dass die Nutzung freiwillig bleibt und der Postversand weiterhin angeboten wird. Digitalisierungsministerin Stéphanie Obertin (DP) unterstrich: „Der analoge Weg bleibt bestehen, wir wollen niemanden dazu zwingen, den digitalen Weg mitzugehen.“ Zugleich solle der Umgang mit digitalen Angeboten stärker gefördert werden. Zur Datensicherheit erklärte sie, dass sich die Daten auf Servern in Luxemburg befinden.
Wer nun befürchtet, Rechnungen in „MyGuichet“ zu übersehen, kann beruhigt sein: Denn Mahnungen werden weiterhin per Post verschickt. Der Service lässt sich zudem jederzeit auf „MyGuichet“ wieder deaktivieren. Dieser kann aktuell nur von Privatpersonen genutzt werden, soll in Zukunft aber auch auf zum Beispiel Vereine ausgeweitet werden.