Hauptstadt
Gegen die Ohnmacht: Wegen der Zustände im Bahnhofsviertel organisieren sich Bürger bei WhatsApp
Drogenelend, Gewalt, Vandalismus, Ruhestörungen: Die Zustände rund um das hauptstädtische Bahnhofsviertel sorgen schon seit langer Zeit für Empörung, nicht nur unter direkten Anwohnern. Jetzt bekommt die kontroverse Diskussion neue Dynamik durch eine WhatsApp-Gruppe, in der Bürger ihre Erfahrungen teilen – und auch konkrete Vorschläge machen, um das Problem zumindest ansatzweise zu lösen.
Jagdszenen in Luxemburg: Ein Video, das einen mutmaßlichen Streit im Drogenmillieu zeigt, ist ein typisches Dokument aus der WhatsApp-Gruppe „Quartier Gare – sécurité“ Foto: Screenshot
Begründet wurde die Gruppe durch die Städtebau-Architektin Graziela Bordin. Die gebürtige Brasilianerin lebt seit fünf Jahren im hauptstädtischen Bahnhofsviertel. Über die Zustände dort hat sie sich zunächst mit einer Handvoll anderer Anwohner ausgetauscht, die über eine Nachbarschafts-App organisiert waren. „Fast jeden Tag posteten Leute dort etwas über Gewalt, Diebstahl, Nadeln, Exkremente“, erzählt die 44-Jährige im Gespräch mit dem Tageblatt – und stellt fest: „Das ist keine normale Situation mehr: Aus einem sozialen Problem ist längst ein Sicherheitsproblem geworden!“