Xylella an der Mosel

Gefährliches Bakterium in drei Luxemburger Weinbergen nachgewiesen

In Mertert und Grevenmacher wurde ein Bakterium in Weinbergen nachgewiesen, das dem Luxemburger Weinbau großen Schaden zufügen könnte. Das Landwirtschaftsministerium bittet um Hilfe bei der Eindämmung.

Tödlich für Pflanzen: Xylella verstopft die Leitungsbahnen, durch die der Pflanzensaft fließt

Tödlich für Pflanzen: Xylella verstopft die Leitungsbahnen, durch die der Pflanzensaft fließt Foto: Editpress/Julien Garroy

Das Pflanzenbakterium Xylella fastidiosa ist an der Luxemburger Mosel aufgetaucht. Das teilte das Landwirtschaftsministerium am Dienstag mit. Betroffen sind drei Parzellen in den Gemeinden Mertert und Grevenmacher. Die positiven Befunde aus mehreren Fachlaboren seien am Montag eingegangen. Die befallenen Reben werden jetzt ausgerissen und vernichtet.

Für Menschen und Tiere ist das Bakterium ungefährlich. Auch der luxemburgische Wein sei weiterhin unbedenklich, so das Ministerium. Für Pflanzen ist Xylella dagegen fatal: Das Bakterium verstopft die Leitungsbahnen, durch die der Pflanzensaft fließt. Die Pflanze vertrocknet und stirbt ab. Ein Gegenmittel gibt es nicht. Übertragen wird Xylella vor allem durch Insekten, die Pflanzensaft saugen, und durch den Transport infizierter Pflanzen.

Sperrzone eingerichtet

Rund um jede befallene Pflanze gilt nun eine Sperrzone mit einem Radius von 50 Metern. Insgesamt sind das 2,35 Hektar. Dort müssen alle Reben gerodet werden, auch solche ohne Krankheitszeichen. Das schreibt eine EU-Verordnung vor. Weitere empfindliche Pflanzen sind ebenfalls betroffen. Die Arbeiten laufen bereits. Die Winzer sollen für ihre Verluste entschädigt werden.

Um die Sperrzonen herum liegt ein Pufferstreifen von 2,5 Kilometern. Er reicht in die Gemeinden Rosport-Mompach, Mertert, Manternach, Grevenmacher, Biwer und Wormeldingen. Dort werden verstärkt Proben genommen.

Die Insekten, die das Bakterium übertragen, werden laut dem Landwirtschaftsministerium bekämpft. Pflanzen, die das Bakterium tragen könnten, dürfen zum Anpflanzen nicht mehr oder nur unter strengen Auflagen bewegt werden. Auf der deutschen Moselseite sollen die Behörden ähnlich vorgehen.

In der EU ist Xylella bereits in Italien, Frankreich, Spanien und Portugal aufgetreten. In der Region Madrid und an der Algarve gelang es, das Bakterium wieder auszurotten. (hat)

Wichtige Informationen

Anwohner und Betriebe in der Region sollen keine Pflanzen aus dem Gebiet wegbringen. Verdächtige Pflanzen sollen beim Weinbauinstitut (IVV) oder bei der Ackerbauverwaltung ASTA gemeldet werden. Das IVV ist unter Tel. 23 612-1 und per E-Mail an viticulture@ivv.etat.lu erreichbar.

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