„Ronnt Spidol“

Gebäude wird nicht mehr für medizinische Zwecke genutzt

Im Frühjahr 2025 schloss die „Clinique Sainte-Marie“ in Esch ihre Türen. Seither steht die Frage im Raum, was nun mit dem Gebäude passiert. In ihrer Antwort auf eine parlamentarische Frage bezieht Gesundheitsministerin Martine Deprez (CSV) Stellung – eine Klinik soll hier nicht mehr entstehen.

Die „Clinique Sainte-Marie“ in Esch wird bald komplett leerstehen

Die „Clinique Sainte-Marie“ in Esch wird bald komplett leerstehen Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Die seit dem Frühjahr 2025 geschlossene „Clinique Sainte-Marie“ – auch als „Ronnt Spidol“ bekannt – wird in Zukunft keine weiteren Krankenhausaktivitäten beherbergen. Das geht aus der Antwort von Gesundheitsministerin Martine Deprez (CSV) auf eine parlamentarische Frage der DP-Abgeordneten Mandy Minella und Carole Hartmann hervor.

Grund für die Schließung war der veraltete Zustand des Gebäudes. Die Stationen für Geriatrie sowie für kognitive Verhaltensstörungen wurden bereits in andere Einrichtungen in Luxemburg-Stadt verlegt. Einerseits in die Zithaklinik und andererseits in das Krankenhaus Kirchberg.

Aktuell wird im Gebäude der „Clinique Sainte-Marie“ lediglich noch eine jugendpsychiatrische Tagesklinik betrieben. Diese soll jedoch auch an „einen anderen, geeigneten Standort“ verlegt werden, so Deprez. Laut Ministerium ist danach keine weitere Nutzung des Standorts in Esch für Krankenhauszwecke vorgesehen.

Escher Bürgermeister Christian Weis (CSV) betont, man stehe im Austausch mit den „Hôpitaux Robert Schuman“ (HRS) und prüfe Alternativen für die Tagesklinik. „Wir haben bereits mehrere Grundstücke vorgeschlagen, auf denen kurz-, mittel- oder langfristig Strukturen errichtet werden könnten“, so Weis. Als möglicher Standort böten sich die „Nonnewisen“ an. „Konkrete Pläne gibt es jedoch noch nicht – alles hängt von den Vorhaben der HRS ab“, sagt Weis.

„Im Interesse der Patienten“

Grundlage für den Umzug ist eine 2017 geschlossene Konvention zwischen dem Gesundheitsministerium und der „Fondation des Hôpitaux Robert Schuman“, die vorsieht, Betten, Personal sowie ambulante und stationäre Dienste im Rahmen des Neubauprojekts „Tour“ zu übernehmen.

Zudem stellte die Ministerin klar: „Das Gebäude ist nicht im Besitz der ‚Hôpitaux Robert Schuman‘ oder deren Stiftung.“ Demnach werde sich das Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit nicht an möglichen Renovierungsarbeiten oder deren Finanzierung beteiligen, da dort keine medizinische Aktivität mehr geplant sei.

Ein vollumfängliches Krankenhaus war die „Clinique Sainte-Marie“ seit langem nicht mehr: Seit 2013 wird dort nicht mehr operiert. Bereits ab 2003, so kann man im „Escher Geschichte- und Architekturstadtführer“ (erschienen 2021 bei Capybarabooks) nachlesen, wurde das technische Niveau nicht mehr angepasst. Seit 2017 fungierte das Klinikum als Dienstleister in vielen Bereichen der Altenpflege.

Die noch in Esch ansässigen Dienste in Luxemburg-Stadt anzubieten, sei vor allem im Interesse der Patienten, so Marc Berna – Mediziner und Generaldirektor der HRS. In der Hauptstadt habe man in direkter Nachbarschaft alles, was man brauche: Operationssäle, Intensivstation, Laboratorium und Radiologie zum Beispiel. Sicher sei, dass Patienten dann in naher Zukunft viel weniger durch die Gegend fahren oder gefahren werden müssen, so Berna. Bisher habe man Patienten aus Esch oft mit dem Krankenwagen in die Stadt bringen müssen.

1 Kommentare
Grober J-P. 07.01.202621:17 Uhr

„Das Gebäude ist nicht im Besitz der ‚Hôpitaux Robert Schuman‘ oder deren Stiftung.“
Tut heissssssen?
Und weiterhin warten wir auf das Südspidooooooool!
50 Jahre nur, glaube die Zitha ist doch noch viel älter und verwinkelter. Die Gründe für die Schließung sind mir zu unschlüssig bis jetzt.
Wie sagte mir ein Onkel Doktor buchstäblich, " déi hunn den A.... op, als man die Schließung "verkündete".

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