Theater

Fußball und Bühne: Vom Mythos der Befreiung

Der männlich geprägte Fußball ist voller Geschichten und Legendenbildungen. Der italienische Autor Stefano Massini hat mit seinem Roman „Ladies Football Club“ (2019) einen historisch belegten Gründungsmythos des Frauenfußballs aufgegriffen – und Christine Muller hat daraus zusammen mit Eugénie Anselin in einer Paraderolle eine Bühnenfassung gemacht, die zurzeit im Théâtre du Centaure zu sehen ist.

 Eugénie Anselin in mehrfacher Rolle des Ein-Personen-Stücks

 Eugénie Anselin in mehrfacher Rolle des Ein-Personen-Stücks Foto: Bohumil Kostohryz

Ein schöner Tag im April 1917. Die Arbeiterinnen von Doyle & Walker haben gerade Mittagspause. Während ihre Ehemänner, Brüder und Väter an der Front des Ersten Weltkriegs kämpfen, bauen die Frauen in der Fabrik Bomben, Granaten und andere Rüstungsgüter zusammen. Doch an diesem Tag finden Rosalyn, Olivia, Violet und wie sie alle heißen einen Ball auf dem Fabrikhof und beginnen damit Fußball zu spielen. Sie finden Gefallen daran und bilden eine Mannschaft, trainieren und verbessern ihre Technik. Bald kommt es zum ersten Spiel. Immer mehr Frauenfußballclubs entstehen, in England bis zu 150, die in Ermangelung einer Männerliga immer mehr Zuschauer finden.

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