Tornadojagd in den USA
Für Philippe Ernzer geht (fast) ein Traum in Erfüllung
Das „Tornado Trio“ rund um Wetterexperte Philippe Ernzer war in den USA auf Tornadojagd. Sie haben gewaltige Superzellen, golfballgroßen Hagel und Blitze im Sekundentakt gesehen. Nur ein Tornado fehlte noch. Das große Finale bot nochmal eine letzte Chance, bevor es am Montag zurück nach Luxemburg ging.
Philippe Ernzer und Criss Steichen auf der Suche nach einer Superzelle Foto: Editpress/David Rock
BEEP – BEEP – BEEP. Die Handys im Auto schrillen los. Tornadoalarm. Endlich ist es so weit. Zehn Tage lang hat das „Tornado Trio“ auf diesen Augenblick gewartet. Criss Steichen jagt den Wagoneer über eine Schotterstraße im Nordwesten von Missouri. Staubwolken wirbeln hinter dem Auto auf. Zwei andere Stormchaser-Gruppen bleiben am Straßenrand stehen. Philippe Ernzer dreht schnell die Kamera für den Livestream aus der Halterung und nimmt sie mit nach draußen. Germain Delagardelle filmt bereits. Der Kern der Superzelle saugt die umliegende Luft in sich ein. Staubwolken steigen nach oben. Wolkenfetzen hängen herunter. Der Kern rotiert immer schneller.
Es ist der letzte Tag der Jagd. Alles hat sich auf diesen Samstag zugespitzt. Bereits vor einer Weile hat der National Weather Service vor einem großen Tornadorisiko am Samstag gewarnt. „Das machen sie wirklich nicht oft“, sagt Philippe. Die Wahrscheinlichkeit, dass in einem 40-Kilometer-Umkreis ein Tornado entsteht, liegt bei fünf Prozent. Das ist nicht wenig. Bekannte und unbekannte Stormchaser versammeln sich in Missouri. Für sie beginnt eine Periode mit heftigen Stürmen. Für das „Tornado Trio“ ist es die letzte Chance, einen Tornado auf ihrem Trip in die USA zu sehen. Am Sonntag müssen sie zurück zum Flughafen in Dallas. Bisher haben sie noch keinen erwischt.