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Fremde, eigene Biografien

Die österreichische Schriftstellerin Monika Helfer hat im vergangenen Jahr mit einem vielbeachteten Roman über einen Teil ihrer Familiengeschichte eine breite Leserschaft begeistert. Helfer erzählt in „Die Bagage“ von ihren Großeltern und deren Kindern, die als krasse Außenseiter, verschrien eben als „Bagage“, in einem abgelegenen Haus oberhalb eines Bergdorfs aufwachsen.

Die Schriftstellerin Monika Helfer

Die Schriftstellerin Monika Helfer Foto: Salvatore Vinci salvatorevinci.com

Die Mutter der Autorin erfährt das harte Dasein dieser Familie mit einer besonderen Verschärfung: Ihr Vater – und mit ihm die ganze Dorfgemeinschaft – hält sie für ein uneheliches Kind. „Die Bagage“ ist ein Buch, das auf besondere, völlig unsentimentale, unegozentrische Weise das Thema der Zugehörigkeit verhandelt und der familiären Zusammenhänge, die einen zu der Person werden lassen, die man ist. Diese Zusammenhänge bleiben in „Vati“ präsent, auch wenn man den Vorgänger nicht gelesen haben muss, um den Schilderungen folgen zu können. Der „Bagage“ ist der neue Roman sogar gewidmet.

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