Ironman-Serie

Fortschritt gibt es bei Cédric und Louis, nur unterschiedlich

80 Tage haben wir geschafft, fehlen nur noch um die 500. In den vergangenen vier Wochen ist Cédric das erste Mal aufs Fahrrad gestiegen und ich merke viel Fortschritt beim Laufen. Hierbei muss ich aber leider noch ohne Cédric auskommen.

Cédric und Louis planen ihre Vorbereitung mit einem Countdown von 500 Tagen bis zum Ziel.

Cédric und Louis haben noch 500 Tage in der Vorbereitung vor sich Foto: Editpress/Alain Rischard

Ironman-Serie

Cédric Feyereisen, Chef der Lokalredaktion, und ich, Louis Elsen, Tageblatt-Grafiker, wollen im Juni 2027 einen Ironman absolvieren. In dieser Serie geben wir Einblicke, wie wir uns hierfür gemeinsam mit unserem Trainer Paulo Gonçalves vorbereiten. Begleitend hierzu erscheinen auch immer mal wieder Artikel zu anderen Aspekten des Triathlons.

Louis: Am liebsten nicht alleine.

„Puh, uff“… würde im Comic stehen. Weitere vier Wochen sind um, insgesamt sind es schon zwölf. Anstrengend ist es – aber positiv. Beim Laufen merke ich es, vor allem bei den Intervall-Läufen, die in den vergangenen Wochen auf dem Programm standen. Neben diesen Intervall-Einheiten standen auch noch ein bis zwei andere Läufe, die über eine Stunde hinausgingen, auf dem Programm. Ich bemerke dadurch erste richtige Fortschritte in der Geschwindigkeit, welche hochgeht – und der Puls bleibt unten.

Meine Rolle im Sport

Mein Strava-Profil

Fortschritt gibt es bei Cédric und Louis, nur unterschiedlich

Louis Elsen - Strava-Profil

Bin ich jetzt Läufer? Diese Frage stelle ich mir in letzter Zeit öfter. Ich bin noch kein Schwimmer – dafür kann ich es nicht gut genug. Radfahrer auch noch nicht – ich war bis jetzt nur drinnen auf der Rolle. Aber Läufer, das könnte sein. So nennen würde ich mich trotzdem nicht, ich mache es erst seit zwölf Wochen. Nicht wie andere, die diesem Hobby seit Jahren diszipliniert nachgehen.

Nach diesen ersten 80 Tagen Trainingsprogramm komme ich aber schon in einen Rhythmus. Ich mache jetzt fast jeden Tag Sport, das ist einfach so. Meistens vor der Arbeit – manchmal danach. Am Abend aber eigentlich ungern, denn: Mit ausgelaugten Beinen schlafe ich schlecht. An diesem Punkt muss ich sowieso noch arbeiten. Eigentlich dachte ich, dass ich mich durch den Sport verausgabe, also müder bin, also besser einschlafe. Momentan geht es mir aber umgekehrt. Das kann auch am Rauchen liegen, was ich nun mittlerweile seit drei Wochen abgelegt habe. Vielleicht hält mich der Nikotinmangel wach.

Das Projekt im Ganzen hält mich auch auf Trab. 80 Tage sind um – fehlen nur noch um die 500. Das ist noch lang und viel kann passieren. Bei meinem Co-Versuchskaninchen Cédric konnten wir es sehen. Nach einer Verletzung wieder in den Rhythmus zu kommen und dranzubleiben, ist nicht einfach. Momentan hält er sich aber an seinen Vorsatz, im Januar keine Einheit zu verpassen, was ich sehr begrüße. Denn mir ist aufgefallen: Allein geht es zwar, aber zu zweit oder in der Gruppe macht es viel mehr Spaß.

Das Gesprächs-Tempo

Durch die Verletzung muss Cédric mit dem Laufen leider Pause machen, der Sportart, die man am besten zu zweit betreiben kann. Ihm macht das sehr zu schaffen, mir aber auch. Ich schätze mich deswegen sehr glücklich, dass ich trotzdem eine Kollegin an meiner Seite habe, die mich bei den langen Zone-Zwei-Läufen begleitet. Diese Zone-Zwei-Läufe kommen einem langsam vor, sind aber essenziell, um schneller zu werden. Sie gewöhnen den Kreislauf sowie die Muskeln an die Belastung.

Diese Zone Zwei wird oft auch noch Gesprächs-Tempo genannt – was gut passt. Hier soll man sich noch unterhalten können, ohne aus der Puste zu kommen, und das kann man sehr gut über stundenlange Läufe draußen in der Natur. Diese Einheiten, bei denen ich nicht allein war, sind auch definitiv mein Höhepunkt dieser letzten Wochen.

Die Zukunft

Die nächsten Wochen wird das Volumen der Einheiten wohl weiter hochgeschraubt. Längere Einheiten, ohne die Intensität zu sehr auszureizen. Ich freue mich sehr darauf, vor allem beim Laufen. Wenn ich dabei dieselbe Entwicklung sehe wie in den vergangenen vier Wochen, dann bin ich bereit für das erste kleine Vorbereitungsrennen. Eventuell wird das der „Postlaf“ Anfang März.

Fortschritt gibt es bei Cédric und Louis, nur unterschiedlich

Cédric: Kontinuität statt Kilometer

Es ist schwierig, stolz auf sich zu sein. Man findet immer Relativierungen, um sich einzureden, dass die eigene Leistung nichts Besonderes ist. „Die Trainingseinheiten waren nicht wirklich anstrengend. Dazwischen lagen viele Pausentage. Und im Vergleich zu dem, was andere machen, ist mein Pensum fast lächerlich.“ Das sind tägliche Gedanken.

Dabei ist es wichtig, die kleinen Erfolge zu feiern. Zum Beispiel: Ich habe es in den vergangenen Wochen geschafft, das Trainingsprogramm von Coach Paulo komplett durchzuarbeiten, ohne eine einzige Einheit zu verpassen. Damit habe ich das Ziel erreicht, das ich mir im vergangenen Ironman-Tagebucheintrag – nach meinem katastrophalen Dezember – gesetzt habe. Gut gemacht, Cédric. Du hast dich wieder aufgerappelt.

Neustart

Fortschritt gibt es bei Cédric und Louis, nur unterschiedlich

Für mich begann es am 7. Januar neu. Paulo wollte zuvor noch den Termin beim Orthopäden abwarten. Christian Nührenbörger von der Sportklinik des CHL Eich bestätigte nach dem MRT, dass es sich beim Knie um eine Ermüdungsfraktur handelt. Auf das Laufen zu verzichten, war und ist weiterhin die richtige Entscheidung – mindestens bis zum 3. Februar. Dann steht der Kontrolltermin an. Zeigt das MRT vom 26. Januar nichts Auffälliges, darf ich wieder in die neuen, festeren Laufschuhe schlüpfen. Endlich.

Denn ich muss schon sagen: Louis zuzuschauen, wie er immer fitter wird, schneller läuft, länger läuft – das ist schon irgendwie frustrierend. Natürlich freue ich mich für ihn. Und bewundere, wie konsequent er das durchzieht. Aber als grundsätzlich kompetitiver Mensch fange ich an, nervös zu werden. Vor allem, weil mich die Angst, dass ich noch länger Pause machen muss, nicht loslässt.

Weiterhin motiviert

Ich trainiere weiter. Anders als geplant, aber konsequent. Kein Laufen, dafür mehr Zeit auf dem Rad und im Wasser. Die vergangenen 16 Tage waren nicht besonders intensiv: jeweils fünf Einheiten Schwimmen und Radfahren. Die Anstrengung war selten das Problem. Schwieriger war das Anfangen. Schwimmsachen einpacken, durch die Kälte gehen, ins Becken steigen. Dinge, die auf dem Papier banal wirken, im Alltag aber Überwindung kosten.

Schwimmen bleibt nervig, auch wenn ich inzwischen weiß, dass ich am liebsten abends nach der Arbeit ins Wasser gehe. Ein Unbekannter, selbst mehrfacher Ironman-Finisher, hat mir kurz zugeschaut und ein paar Tipps gegeben. „Wenn ich beim Ironman aus dem Wasser steige, fühlt es sich an, als hätte ich noch nichts gemacht“, sagte er. Ich bin noch weit davon entfernt – aber sehr dankbar für seine Hilfe.

Dafür macht mir das Radfahren überraschend Spaß. Vor ein paar Tagen saß ich zum ersten Mal richtig erschöpft auf dem Fahrradergometer, den mir Chefredakteur Chris Schleimer zur Verfügung gestellt hat. Endlich wieder dicke Tropfen schwitzen, endlich wieder richtig müde sein. Darauf konzentriere ich mich jetzt: auf den Fortschritt. Nicht auf Kilometer, sondern auf Kontinuität.

Trainer Paulo Gonçalves zeigt sonntägliches Trainingsprogramm für die kommende Woche im Fitness- und Sportcoaching.

Unser Trainer Paulo Gonçalves macht uns jeden Sonntag ein Trainingsprogramm für die darauf folgende Woche Foto: Editpress/Julien Garroy

Das sagt unser Trainer – Paulo Gonçalves

„Schon wieder ein Monat um?“ fragt mich unser Trainer Paulo Gonçalves bei unserem Telefonat. „Seit dem letzen Mal hat sich eigentlich nicht viel verändert“, so der Duathlet. Bei mir sieht er, während der Intervallläufe, die ersten größeren Schritte in die richtige Richtung. Auch dass ich sieben Kilo abgenommen habe, erfreut ihn, eine Diät rät er mir aber ab. Bei so viel Sport darf man unter keinen Umständen zu wenig essen, dies kann sich negativ auf das Training und die Gesundheit auswirken.

„Bei Cédric müssen wir abwarten, es bleibt uns nichts anderes übrig“, bemerkt der Coach. Er bangt um den MRT-Termin, den Cédric Ende Januar hat. „Wenn sich hier herausstellt, dass er weiterhin Pause beim Laufen machen muss, müssen wir eine Entscheidung treffen.“ Die Schwimm- und Fahrradeinheiten meistert er aber gut und hier wird auch das Volumen über die kommenden Wochen erhöht.

0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren

Bettemburg

Jean-Marie Jans wird neuer Bürgermeister

Ironman-Serie

Fortschritt gibt es bei Cédric und Louis, nur unterschiedlich