Unesco (Teil 3)
„Fléizen“ in Luxemburg: „Die Leute waren früher nicht auf den Kopf gefallen“
Bei gleich drei Kandidaturen ist Luxemburg aktuell mit dabei, um gelebte Traditionen, Handwerk sowie Wissen aus der Natur von der „United Nations educational, scientific and cultural organization“ (Unesco) als immaterielles Kulturerbe anerkennen zu lassen. Eine Bewerbung bezieht sich auf die traditionelle Bewässerung in Europa und wurde gemeinsam von sieben Ländern eingereicht. Luxemburg ist mit dabei – obwohl das sogenannte „Fléizen“ im Großherzogtum beinahe in Vergessenheit geraten ist. Aber eben nur beinahe.
Beim „Fléizen“ wird das Wasser aus natürlichen Quellen umgeleitet, um so das Grün in der Umgebung mit wichtigen Nährstoffen zu versrogen – hier Luc Kieffer vom Obersauer Naturpark bei der Arbeit Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Ein sonniger Wochentag im April. Auf einer in einem Hang gelegenen Wiese zwischen Esch-Sauer und Eschdorf steht Luc Kieffer – in grünen Gummistiefeln. Der 27-jährige Mitarbeiter vom Naturpark Obersauer will heute zeigen, wie man „fléizt“. Und dabei könnten die Füße schonmal nass werden. Denn hinter dem luxemburgischen Begriff, unter dem viele sich nicht wirklich etwas vorstellen können, verbirgt sich eine traditionelle Form der Bewässerung von Grünflächen. „Fast überall im Ösling findet man an den Bächen Spuren, dass dort ‚gefléizt‘ wurde“, erzählt Luc Kieffer.