Japan Day

Fernost erobert die Luxexpo

Fans des Landes der aufgehenden Sonne kamen am Wochenende auf ihre Kosten. Beim Japan Day, der in den vergangenen Jahren in Arlon organisiert wurde, rückten unterschiedliche Aspekte der japanischen Kultur in den Mittelpunkt: von traditionellem Kunsthandwerk bis hin zu One Piece. Ein Überblick.

Die handgemachten Dekors ziehen immer wieder Besucher an

Die handgemachten Dekors ziehen immer wieder Besucher an Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Die Luxexpo stand am Wochenende ganz im Zeichen der japanischen Kultur: Der Japan Day machte halt auf Kirchberg. In den mit Besuchern gefüllten Hallen boten zig Kunstschaffende und Händler ihre Werke und Produkte an. Neben Merch-Artikeln wie Figuren und T-Shirts oder Videospielen zeigten Künstler eigene Kreationen, die vom Land der aufgehenden Sonne inspiriert wurden. Als Gäste waren die Sängerin Mika Kobayashi sowie das Duo Léa Yuna & Eric, die sich allesamt auf ihre eigenen Versionen von Anime-Titelsongs spezialisiert haben, aber auch zahlreiche bekannte Synchronsprecher vor Ort. So konnten Fans Autogramme der japanischen Originalstimme von Vegeta oder des französischen Sprechers von Son Goku, beide Charaktere aus der Serie Dragon Ball, ergattern. Der historische Teil durfte ebenfalls nicht fehlen: Besucher konnten sich an traditioneller japanischer Malerei versuchen oder wurden in das Tragen eines Kimonos eingeführt.

Überall boten Künstler Sticker, Bilder, Accessoires und vieles mehr an. Der Großteil ist selbstgemacht, da der Japan Day – genau wie die kommende Luxcon – einen stärkeren Fokus auf Handarbeit statt auf reine Merchandise-Alleen legt und somit gegen den Trend geht.

Der bald 40-jährige Tiddraw malt Bilder, auf Wunsch auch direkt vor Ort. „Ich versuche, Manga und Comic mit dem französisch-belgischen Stil zu vermischen.“ Während seiner Berufszeit habe einer seiner Schüler ihn dazu überredet, seine Werke zu veröffentlichen. „Ich merkte, dass das den Menschen gefiel.“ Mittlerweile ist er hauptberuflicher Künstler. Woher stammt sein Interesse an der japanischen Kultur? „Eine einfache Sache: Dragon Ball Z.“ Darum hoffte er auch, dem Synchronsprecher der Serie begegnen zu können.

Sumi-e Tuschmalerei auf Papier, entspannendes Malen mit traditionellem japanischem Pinsel und Tusche

Malen zur Entspannung: Sumi-e Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Malerei und Baumzucht zur Entspannung

Wer inmitten des Trubels nach ein wenig Entspannung suchte, konnte diese zum Beispiel beim Sumi-e finden. „Sumi ist Tinte und e ist Bild“, sagte Aduni Moronju (62). Ursprünglich aus China stammend, brachten Mönche die Kunst nach Japan. Dabei geht es darum, Entspannung zu finden. „Beim Malen muss ein religiöses Ritual respektiert werden, mit klaren Regeln.“ So beginnt jedes Bild damit, die Tinte herzustellen. „Danach ist man bereit.“ Das Wichtigste ist, wie man den Pinsel hält. „Der Maler wird so zum Bild.“ Alles, was gemalt wird, ist gewollt und final, es wird nichts verbessert.

Meditative Bonsaizucht: Nahaufnahme eines gepflegten Bonsai-Baums als Symbol für Achtsamkeit und Naturpflege

Den Baum hegen und pflegen als Meditation: Bonsaizucht Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Eine andere Möglichkeit zur Entspannung ist Bonsai. „Bonsai heißt auf Japanisch Baum in einer Schale“, erklärte Jean-Pierre Reitz, Präsident der „Bonsai Frënn Minett Déifferdeng“. Die Bäume zu pflegen, ist eine Art Meditation, sagte er. Auch heimische Baumarten können dafür genutzt werden und größere Exemplare finden ebenfalls Verwendung. „Wir haben keine solchen Bäume dabei, weil sie zu schwer sind.“

Für Eva und Tara ist Cosplay Ausdruck und Gemeinschaftsgefühl

Für Eva und Tara ist Cosplay Ausdruck und Gemeinschaftsgefühl Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Wer sich fragte, warum viele Besucher aufwendige Kostüme trugen – teils nicht dem regnerischen und kalten Wetter entsprechend, erhielt die Antwort spätestens beim Cosplay Contest, bei dem der luxemburgische und belgische Vertreter bei einem internationalen Wettbewerb gekürt wurde. Dabei schlüpfen Fans in die Rolle ihrer Lieblingscharaktere, meistens aus der Fiktion. Wenn die Kostüme selbst hergestellt sind, bedeutet dies: Nähen, Modellieren, Färben, Kleben ... „Das ist eine Möglichkeit, eine Seite von mir zu zeigen, die ich im Alltag zurückhalte“, sagte Eva (22). Das Cosplayen würde ihr mehr Selbstvertrauen geben und ihr helfen, Menschen zu treffen. „Es ist wirklich eine Möglichkeit, sich anders auszudrücken.“ Ihre Freundin Tara (27) sagte, es sei ebenfalls eine gute Möglichkeit, sich zu entspannen und ein Gemeinschaftsgefühl zu erleben.

Fernost erobert die Luxexpo
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© Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

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