Unfall in ClimbX

Escher Opposition stellt Fragen – Gemeinde kündigt strengere Kletter-Regeln an

Nach einem Unfall in der Kletterhalle ClimbX im Dezember 2025 in Lallingen bleibt die Anlage weiterhin geschlossen. Während die Ermittlungen laufen, thematisiert die LSAP offene Fragen zum Betrieb – der Schöffenrat befindet die Anlage für normkonform, kündigt jedoch eine Überarbeitung der Regeln und des Nutzungskonzepts an.

Unfall an der Kletterwand im COHS Lallingen am 5. Dezember 2025, betrieben von der Klettervereinigung ClimbX

Im COHS in Lallingen kam es am 5. Dezember 2025 zu einem Unfall an der Kletterwand, die von der Vereinigung ClimbX betrieben wird Foto: Editpress/Alain Rischard

Ein Unfall in der Kletterhalle ClimbX in Lallingen im Dezember letzten Jahres hat nicht nur unmittelbare Konsequenzen für die Anlage, sondern sorgt inzwischen auch für politische Diskussionen in Esch. Nach schriftlichen Fragen der Oppositionspartei LSAP hat der Schöffenrat nun Stellung genommen und neue Details zum Betrieb sowie zur Zukunft der Kletterwand im „Centre omnisports Henri Schmitz“ (COHS) geliefert.

Am 5. Dezember 2025 kam es um 18.13 Uhr in der Kletteranlage, die von der Asbl ClimbX betrieben wird, zu einem Unfall. Die Gemeinde als Eigentümerin bestätigte den Vorfall, machte jedoch zunächst keine Angaben zum genauen Hergang oder zum Gesundheitszustand der verunfallten Person. Der Vorfall wurde der Versicherung gemeldet, die Anlage bleibt geschlossen.

Nach Angaben der „Fédération luxembourgeoise d’escalade, de randonnée sportive et d’alpinisme“ (Flera) ereignete sich der Unfall beim Abseilen eines Kletterers, was auch der Betreiber der Kletterwand ClimbX gegenüber dem Tageblatt bestätigte. Demnach habe sich der Sportler am Umlenkpunkt befunden und beim Abseilen stärker als üblich von der Wand abgestoßen, wodurch es zu einem ausgeprägten Pendeln gekommen sei. Infolge dieser Bewegung kollidierte der Kletterer mit der Wand.

Sturz aus drei Metern Höhe

Für einen kurzen Moment habe das Sicherungsgerät keine ausreichende Seilspannung registriert, wodurch der Sicherheitsmechanismus nicht griff und das Seil sowohl aus dem Gerät als auch aus der Hand der sichernden Person geriet. Der Kletterer stürzte aus etwa drei Metern Höhe, landete zunächst auf den Füßen und fiel anschließend nach hinten, wobei er sich im Bereich des Ohres verletzte. Eine Ambulanz mit Notarzt traf um 18.23 Uhr ein – die Polizei rückte laut Pressestelle nicht aus. Die Flera betont schriftlich gegenüber dem Tageblatt, dass sie diese Darstellung nicht eigenständig überprüfen kann und die Klärung bei Versicherungen und Ermittlungsbehörden liegt.

Bereits vor dem Unfall hatte die LSAP-Fraktion Bedenken hinsichtlich des Kletterangebots geäußert. Gemeinderat Ben Funck richtete im Januar mehrere schriftliche Fragen an den Schöffenrat, unter anderem dazu, ob die Kletterwand aktuell überhaupt in Betrieb sei, warum das Angebot aus dem „Mid Ager“-Programm gestrichen wurde und welche Rolle der Verein ClimbX beim Betrieb der Wand spielt.

Kontrollen und Sicherheitsprozeduren

In ihrer Antwort stellt die schwarz-blau-grüne Mehrheit klar, dass die Kletterwand zum Zeitpunkt des Unfalls ordnungsgemäß geprüft und in Betrieb war. Die Anlage entspreche den Anforderungen für Freizeitsport, eine externe Kontrolle durch die Prüforganisation Socotec im Februar 2025 habe zwar einige Vorbehalte ergeben, diese hätten laut Bericht jedoch den Betrieb nicht verhindert. Auch die Konstruktion erfülle die geltende Norm und regelmäßige Kontrollen seien vorgesehen. Kurz vor dem Unfall sei die Wand zudem erneut überprüft und ausdrücklich als für die Öffentlichkeit zugänglich eingestuft worden, sodass sie am Unfalltag als geöffnet und betriebsbereit gegolten habe.

Kletterwand von ClimbX im COHS Lallingen mit bunten Griffen für Indoor-Klettersport

Die Kletterwand von ClimbX im COHS in Lallingen Foto: Editpress/Alain Rischard

Trotz dieser Einschätzung bleibt die Anlage derzeit außer Betrieb: Die Gemeinde beruft sich auf das Vorsorgeprinzip und erklärt, dass die Wand zwar grundsätzlich weiter genutzt werden könnte, der Betrieb jedoch erst nach einer umfassenden Überarbeitung des gesamten Nutzungskonzepts wieder aufgenommen werden soll. Dabei geht es nicht nur um die Anlage selbst, sondern um die Organisation des gesamten Sportkomplexes.

Klettern im „Mid Ager“-Programm

Das Indoor-Klettern war ursprünglich Teil des sogenannten „Mid Ager“-Programms der Gemeinde Esch, das im September im Gemeinderat vorgestellt wurde. Der zuständige Schöffe André Zwally (CSV) hatte das Vorhaben bereits damals als „kompliziert“ bezeichnet. Der LSAP-Politiker Ben Funck äußerte im Rat Bedenken hinsichtlich der Risiken des Indoor-Kletterns und forderte eine professionelle Betreuung. Im Februar stellte er zusätzliche Fragen schriftlich an den Schöffenrat, unter anderem zur personellen Ausstattung, zur Qualifikation der Verantwortlichen sowie zu möglichen Verbindungen zwischen BlocX SA und dem Verein ClimbX. Die Gemeinde entschied, das Klettern vorerst aus dem Mid-Ager-Programm zu streichen, bis neue, präzisere Regelungen verabschiedet sind.

Geplant sind unter anderem ein neues internes Reglement für das COHS mit spezifischen Vorgaben für den Klettersport sowie klar definierte Verantwortlichkeiten und verbindliche Vereinbarungen mit den Vereinen. Die entsprechenden Texte sollen in den kommenden Wochen dem Gemeinderat vorgelegt werden.

Auch die Rolle des Vereins ClimbX war Gegenstand der LSAP-Fragen. Der Schöffenrat stellt klar, dass die Vereinigung ClimbX offiziell mit dem Betrieb und Unterhalt der Kletterwand beauftragt wurde, wie dies auch bei anderen Sportvereinen im COHS der Fall ist.

Flera richtet Sicherheitskommission ein

Die Flera hat ihrerseits Anfang März eine Sicherheitskommission eingerichtet, die Vorfälle analysieren und Präventionsmaßnahmen begleiten soll. Zudem arbeitet die Föderation an Referenzdokumenten zu „guten Praktiken“, die über gesetzliche Mindestanforderungen hinausgehen, jedoch freiwillig sind.

Bis zum Abschluss der laufenden Verfahren und der politischen Neubewertung bleibt die Kletterhalle geschlossen, ein Datum für die Wiedereröffnung steht weiterhin nicht fest.

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