First Lego League
Escher Grundschüler beweisen Teamgeist auf internationaler Bühne
3, 2, 1 – Lego! Zwei Escher Grundschulen schafften bei der First Lego League den Sprung bis zur Belux-Finalrunde in Belgien. Monatelang tüftelten die Kinder an Robotern, forschten zum Thema Archäologie und wuchsen dabei über sich hinaus. Der Erfolg war groß – doch noch größer sind Teamgeist, Stolz und Begeisterung.
Das gesamte Team der First Lego League setzte sich aus 30 Kindern und sieben Lehrkräften zusammen Foto: Editpress/Miguel Moutinho De Sousa
Was als neugieriger Einstieg ins Unbekannte begann, wurde für Escher Schülerinnen und Schüler der „Wobrécken“-Schule und der „Lallenger Schoul“ zu einem intensiven Lernprozess – und schließlich zu einem Erfolg, der Mitte März bis nach Belgien führte. Unter rund 100 Teams in Luxemburg qualifizierten sich beide Schulen für die nationale Spitze und schafften es sogar unter die fünf besten Mannschaften, die Luxemburg bei der Belux-Finalrunde in Beringen vertreten durften. Hinter diesem Erfolg stehen vor allem Monate harter Arbeit, viel Eigeninitiative und Kinder, die über sich hinausgewachsen sind.
Für Mia ging es vor allem darum, Spaß zu haben Foto: Editpress/Julien Garroy
„Am Anfang waren wir ziemlich ahnungslos“, erzählt Mia aus der Lallinger Grundschule. Wie jedes Jahr steht der internationale Wettbewerb Lego League unter einem neuen Thema – in diesem Jahr ging es um Archäologie. Für die Kinder bedeutete das zunächst: recherchieren, verstehen, Fragen stellen. Bei den Escher Klassen handelt es sich um den Cycle 4.1 und 4.2, bei der nationalen Qualifizierrunde im „Forum Geesseknäppchen“ im Februar waren unter anderem auch Lycées vertreten.
Vier Säulen
Am Tisch musste der programmierte Roboter Missionen erfüllen und somit Punkte sammeln Foto: Editpress/Julien Garroy
Die Arbeit begann bereits im September. Schritt für Schritt näherten sich die Teams dem Projekt, sammelten Informationen, besuchten Museen und sprachen mit Experten. Parallel dazu startete die praktische Arbeit: Roboter bauen, programmieren, testen.
Dabei wurde schnell klar: Die Lego League ist weit mehr als ein Technikprojekt. Sie besteht aus vier Bereichen – Robot Game, Robot Design, Forschungsprojekt und Teamarbeit. Jeder dieser Teile fließt gleichwertig in die Bewertung ein.
Für Slavica war es bereits die zweite Teilnahme – sie ist stolz, dass ihr Team es bis nach Belgien schaffte Foto: Editpress/Julien Garroy
Um alle Bereiche abzudecken, organisierten sich die Kinder selbst. Sie arbeiteten in Gruppen, wechselten regelmäßig zwischen den Aufgaben und probierten unterschiedliche Rollen aus. „Jeder war mal am Tisch, jeder hat mal geschrieben oder präsentiert“, sagt Slavica aus der „Wobrécken“-Schule, die bereits zum zweiten Mal beim Projekt mitgemacht hat.
„Alles war weg“
Die Aufgaben, Tische und Bestimmungen sind international gleich – nur der Roboter kann so zusammengebaut werden, wie man möchte Foto: Editpress/Julien Garroy
In Lallingen entschieden die Kinder selbst, in welchem Bereich sie am liebsten arbeiten wollten – und wechselten wöchentlich. Zwei „Reporter“ hielten die Fortschritte fest. Gleichzeitig mussten die Teams lernen, Prioritäten zu setzen: Welche Mission bringt die meisten Punkte? Welche Idee ist umsetzbar? Denn im „Robot Game“ am Tisch haben sie nur zweieinhalb Minuten Zeit, um möglichst viele Aufgaben zu lösen.
Der Weg war geprägt von Versuch und Irrtum. Roboter funktionierten nicht wie geplant, Ideen mussten verworfen werden. Besonders einschneidend: Als im Oktober plötzlich alle Daten gelöscht waren. „Alles war weg – wir mussten wieder von vorne anfangen“, berichtet Tiago des „Wobrécken“-Teams.
Doch genau solche Momente machten laut den beiden Lehrerinnen Sophie Lieser und Cindy Moreira das Projekt aus: Die Kinder lernten, Probleme gemeinsam zu lösen, sich neu zu organisieren und nicht aufzugeben. Auch die Gruppendynamik veränderte sich: Anfangs wollten viele mitmachen, später blieben vor allem jene übrig, die bereit waren, Zeit und Energie zu investieren. „Es ist schon stressig, man muss schnell arbeiten“, sagt Mia – aber auch: „Es macht Spaß.“
Tiago erzählt vom Schock im Oktober, als ein Softwareupdate alle Daten löschte und die Gruppe neu starten musste Foto: Editpress/Julien Garroy
Wissenschaftliches Arbeiten
Ein zentraler Bestandteil ist das sogenannte „Innovation Project“. Hier entwickeln die Kinder eigene Lösungen zu einem Problem. In Lallingen entstand etwa ein Brettspiel, das Archäologie verständlich macht. In der „Wobrécken“-Schule beschäftigten sich die Kinder mit dem Minett und entwickelten kreative Vermittlungsformate. Dabei lernten sie wissenschaftliches Arbeiten: Fragen formulieren, recherchieren, Experten befragen, Lösungen entwickeln und präsentieren.
Für die beiden Lehrerinnen ist aber vor allem ein anderer Aspekt entscheidend: die „Core Values“. Teamgeist, Respekt, Motivation und Begeisterung. „Gerade in stressigen Momenten zeigt sich, wie gut die Kinder zusammenarbeiten“, erklärt Sophie Lieser. Viele Kinder, die im klassischen Unterricht eher zurückhaltend sind, finden hier ihren Platz. Sie übernehmen Verantwortung, präsentieren vor der Jury – und wachsen sichtbar über sich hinaus.
„Waren total überrascht“
Mika erklärt, wie das Brettspiel „Frag und grab“ der Lallinger Schule funktioniert, das im Rahmen der Lego League entwickelt wurde Foto: Editpress/Julien Garroy
Nach Monaten der Vorbereitung folgte im Februar die Qualifikation in Luxemburg, später das nationale Finale. Dass es schließlich sogar nach Belgien ging, überraschte alle. „Wir hatten das überhaupt nicht erwartet“, sagt Lieser. Das bestätigt auch Moreira: „Wir waren total überrascht.“ Die Reise wurde zum Highlight: ein gemeinsames Wochenende, neue Erfahrungen – und ein Wettbewerb auf noch höherem Niveau. Präsentiert wurde dort auf Französisch, vor internationaler Jury.
Die „Wobrécken“-Schule wurde zudem mit dem „Motivate Award“ ausgezeichnet – ein Preis für Teamgeist und Enthusiasmus. Doch wichtiger als jede Platzierung war für die Kinder das Erlebnis selbst. „Wir sind einfach hingegangen, um Spaß zu haben“, sagen Mia und Mika des Lallinger Teams.
Die Saison endet mit dem nationalen Finale der 24 besten Gruppen am 19. April in der Luxexpo – doch für viele ist klar: Nach der Lego League ist vor der Lego League. Denn eines haben die Kinder gelernt: Mit Neugier, Teamgeist und Ausdauer kann aus einer ersten Idee etwas Großes entstehen.