Esch2022
Escher Gastronomen und Geschäftsleute hatten sich mehr erwartet
Am Donnerstag steht der Schlussakt für Esch2022 auf dem Programm, die Zeit der Bilanzen bricht an. Während die Verantwortlichen einen großen Erfolg ausrufen, sprechen viele Bürger von einem Kulturjahr, das komplett an ihnen vorbeigegangen sei. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich in der Mitte. Die Escher Geschäftswelt und vor allem die Gastronomen im Stadtkern zeigen sich aber ziemlich enttäuscht.
Im „La Storia“ in Al Esch war man noch recht zufrieden mit dem Impakt von Esch2022, anderenorts weniger Foto: Editpress/Julien Garroy
Auf dem Brillplatz ist am Dienstagmorgen nicht viel los. Dies, obwohl der Wochenmarkt gerade hier Station macht. Drei Händler sind gekommen. Nach Kulturhauptstadt sieht es hier nicht aus, auch wenn der E22-Pavillon und die Werbetafel eines E22-Sponsors nicht weit sind. Laurent Sguerra steht in der Küche. Sein Restaurant „Mise en Scène“ ist vor allem in der Mittagsstunde sehr gut besucht. Von Esch2022 erhoffte sich Sguerra auch am Abend mehr Kundschaft. „Nur bei der Eröffnungsfeier konnten wir einen echten Impakt spüren“, sagt er, „der Rest des Jahres war wie immer. Gewundert hat mich das allerdings nicht, denn niemand wusste so richtig, was los war, es gab keine Programme. Für mich war das Kulturjahr eine organisatorische Katastrophe.“ Auch bei den „Nuits de la Culture“ sei nicht mehr in seinem Restaurant los gewesen als sonst.