Thema Transsexualität
Es gibt kein richtiges Leben im falschen: „Rehaugen“ von Jean-Paul Maes
Während Lucien ihr Coming-out als transsexuelle Frau plant, schlittern sie und ihre Partnerin Karin in eine immer größere Ehekrise hinein. Im Roman „Rehaugen“ von Jean-Paul Maes wird die Brüchigkeit eines Familienidylls aufgedeckt und zugleich das Schicksal eines Mitglieds der LGBTQ-Community erzählt. Erschöpfend wird das Thema Transsexualität jedoch nicht behandelt.
Jean-Paul Maes ist ein luxemburgischer Theaterregisseur und Bühnenautor. Bisher wurden über 20 Stücke von ihm im In- und Ausland aufgeführt. Foto: Roland Jakobi
Hätte Lucien ein Facebook-Profil, würde vermutlich unter Info stehen: Vater von zwei wunderbaren Söhnen, seit fast 25 Jahren glücklich verheiratet, erfolgreicher Bauleiter, Hobby-Schütze, leidenschaftlicher Jogger und immer für eine Jamsession unter Kumpels zu haben. Nicht da stehen würde: transsexuelle Frau. Und das ist das Problem, mit dem Lucien zu kämpfen hat. Sie* würde nämlich gerne ein neues Leben beginnen – als Lucie, die eine Geschlechtsumwandlung hinter sich hat und voll zu ihrer weiblichen Identität steht. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Denn auch wenn Lucien weiß, dass sie im falschen Körper geboren wurde, hat sie diese Information bis jetzt vor ihren Liebsten geheim gehalten.