Was wird aus …?
Entweihte Kirche in Metzerlach soll nicht aufgegeben, sondern saniert und neu genutzt werden
Eine neue Serie blickt auf Gebäude des Landes, die geschützt sind, geschützt werden sollen oder geschützt werden müssten. Gemeinden und das „Institut national pour le patrimoine architectural“ (INPA) schildern den aktuellen Stand: Was wurde angekündigt, was ist geplant, und warum dauern solche Prozesse oft länger als erwartet? Den Anfang macht die entweihte Kirche von Zolver-Metzerlach in der Gemeinde Sanem.
Die langsame Auferstehung der „Église du Christ ressuscité“ Foto: Editpress/Julien Garroy
Die ehemalige Kirche von Zolver-Metzerlach ist seit 2021 entweiht. 2022, im Jahr der Europäischen Kulturhauptstadt im Süden des Landes, klang es in politischen Darstellungen zeitweise so, als könne die Umnutzung der „Kirche des auferstandenen Christus“ deutlich schneller vorankommen. Der Zeitrahmen, der damals mitschwang, hat sich nicht bestätigt.
Das hat allerdings nicht nur mit allzu optimistischen Ankündigungen zu tun. Bei klassierten Gebäuden dauern Wunder eben manchmal etwas länger. Fast jeder Schritt braucht Zeit. Hinzu kommt, dass das INPA solche Dossiers nicht isoliert bearbeiten, sondern viele schutzwürdige oder gefährdete Gebäude gleichzeitig begleiten muss.
Der Eingangsbereich Foto: Editpress/Julien Garroy
Bericht im Gemeinderat
In der Gemeinde Sanem sei die Richtung inzwischen klar umrissen, so Bürgermeisterin Simone Asselborn-Bintz: „Im Kontext der zukünftigen Nutzung der entweihten Kirche von Belval-Metzerlach wurde im Auftrag des ‚Institut national pour le patrimoine architectural‘ (INPA) eine umfassende bauliche Analyse durch ein externes Ingenieurbüro durchgeführt. Diese Untersuchung, die sowohl die Bausubstanz als auch die Innenräume umfasste, kommt zu dem Schluss, dass sich insbesondere der Beton in einem schlechten Zustand befindet und Sanierungsmaßnahmen erforderlich sind. Der entsprechende Bericht wird dem Gemeinderat in einer der nächsten Sitzungen vorgestellt.
Neben der grundlegenden Instandsetzung der Bausubstanz sind auch im Innenbereich entsprechende Arbeiten vorgesehen. Geplant sind ein barrierefreies Gebäude mit neuen Sanitäranlagen und einer kleinen Küchenzeile sowie die Erneuerung der elektrischen Installationen und der Notbeleuchtung sowie die Anpassung an die geltenden Sicherheitsvorschriften.
Auch der Vorplatz der ehemaligen Kirche soll erneuert werden.

Auch der Platz vor der Kirche soll erneuert werden Foto: Editpress/Julien Garroy
Ziel der Gemeinde ist es, im Laufe des Jahres 2026 sämtliche vorbereitenden Schritte abzuschließen, sodass die eigentlichen Bauarbeiten 2027 beginnen können. Bei planmäßigem Verlauf ist eine Wiedereröffnung des Gebäudes für das Jahr 2029 vorgesehen.
In Bezug auf die künftige Nutzung soll das Gebäude für weltliche Zeremonien jeglicher Art offenstehen, wie etwa Hochzeiten, Begräbnisse oder Willkommensfeiern. Darüber hinaus werden die Räumlichkeiten lokalen, insbesondere kulturell aktiven Vereinen für geeignete Veranstaltungen zur Verfügung gestellt. Die Gemeinde selbst plant außerdem eine kulturelle Nutzung durch Ausstellungen, Lesungen und Konzerte.

Der Zahn der Zeit nagt an den Fundamenten der Kirche Foto: Editpress/Julien Garroy
INPA setzt auf Sicherheit
Vom INPA heißt es: „Die klassierte modernistische Kirche in Metzerlach bei Beles soll restauriert und einer neuen Nutzung zugeführt werden. Da eine Betonsanierung immer schwierig ist, wurden eine Reihe von Studien durchgeführt, die für die Festlegung der Arbeiten wichtig sind. Die Gemeinde Sanem, Eigentümerin der Kirche, möchte das Gebäude für soziokulturelle Zwecke nutzen, was eine gute Idee ist. Dafür muss das Gebäude jedoch auch sicherheitstechnisch aufgerüstet werden, was weitere Planungen und Arbeiten erfordert. Der INPA steht dabei ebenfalls in einem guten Austausch mit der Gemeinde.“
So ergibt sich ein Bild, das weniger von Stillstand als von Langsamkeit geprägt ist. Fest steht jedoch: Die Kirche von Metzerlach soll nicht aufgegeben, sondern saniert und neu genutzt werden. Aus einem sakralen Raum soll ein öffentlicher Ort werden. Ob diese zweite Zukunft gelingt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

Mit Sondergenehmigung durfte die Kirche im Kulturjahr 2022 kurz genutzt werden Foto: Editpress/Tania Feller