Theater

„Elektra“ – ein Gesamtkunstwerk von Rache und Gewalt

Die fundamentalen Fragen, um die es in der griechischen Tragödie „Elektra“ von Sophokles geht, haben ewige Gültigkeit: Im Allgemeinen dreht sich alles um Leben und Tod und im Besonderen um Rache. Das künstlerische Multitalent Filip Markiewicz hat die Handlung in die Kunstwelt von heute übertragen und daraus ein musikalisches Performance-Spektakel geschaffen.

Anouk Wagener und Lisa Schützenberger als Elektra

Anouk Wagener und Lisa Schützenberger als Elektra Foto: Patrick Galbats

„God is an American“ ist in Neonlicht auf der Bühne zu lesen. Die Worte irritieren und führen gleich in eine bestimmte Richtung. Schließlich kann ein Stück wie „Elektra“ nicht in der griechischen Mythologie des fünften Jahrhunderts verharren, sondern verfolgt seit jeher den Anspruch der Ewiggültigkeit. Sogar im 21. Jahrhundert, das so gar nicht mehr das amerikanische Jahrhundert genannt werden kann, muss Elektra noch zur Welterklärung herhalten. Lehnte der US-Amerikaner Eugene O’Neill seine Trilogie „Trauer muss Elektra tragen“ einst an die Aischylos-Version der Atriden-Saga an, orientiert sich der Luxemburger Komponist und Multikünstler Filip Markiewicz an Sophokles und setzt sie im Lauf seiner Inszenierung erst allmählich in Bezug zu den tektonischen Veränderungen der heutigen Geopolitik. Das Prinzip von Rache und Mord- respektive Machtlust auch zweieinhalbtausend Jahre später funktioniert noch immer, ebenso das von Gewalt und Gegengewalt.

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