Postkolonialismus

Eine Luxemburgerin auf der Suche nach ihrer afrikanischen Mutter

Im Alter von sechs Jahren wurde Jeannine Grisius von ihrer Mutter in Ruanda getrennt. Sie wuchs in Luxemburg auf und machte sich später auf die Suche nach ihren Wurzeln. Und sie schrieb ein Buch darüber, dessen Übersetzung auf Portugiesisch zurzeit in Brasilien vorgestellt wird.

Jeannine Herrmann Grisius im Jahr 2021 auf Besuch in Luxemburg

Jeannine Herrmann Grisius im Jahr 2021 auf Besuch in Luxemburg Foto: Philippe Reuter/revue-Archiv

Leblon – ein Sehnsuchtsort. Ich denke an das berühmte Lied von Caetano Veloso und Gilberto Gil, das dem Stadtteil im Süden von Rio de Janeiro gewidmet ist. „As camelas do Quilombo de Leblon“ heißt es. Als Quilombo wurde einst eine Ansiedlung geflohener afrobrasilianischer Sklaven bezeichnet. Ein Zufluchtsort. Der Quilombo von Leblon war einer der wichtigsten in Brasilien, kurz vor der Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1888. Einige Jahre zuvor hatte der Portugiese José de Seixas Magalhães, ein überzeugter Abolitionist, in Leblon ein Stück Land gekauft und dort mit dem Anbau von Kamelien begonnen. Fortan wurden Kamelien „Blumen der Freiheit“ genannt. Sie wurden zum Symbol der Abschaffung der Sklaverei – und sind noch heute ein Zeichen des zivilen Ungehorsams.

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