Im Kino
Ein gewaltvolles und todbringendes Spektakel: Die Stierkampf-Doku „Tardes de soledad“
In seinem ersten Dokumentarfilm begleitet der katalanische Regisseur Albert Serra den Stierkämpfer Andrés Roca Rey. „Tardes de soledad“ schildert in repetitiven Einstellungen die Beziehung zwischen Tier und Mensch, die sich einem immergleichen Spektakel hingeben, ohne dabei die Kontroversen um diese kulturell stark verwurzelte Sporttradition darzulegen.
Der Lionel Messi der „Corrida“: der peruanische Stierkämpfer Andrés Roca Rey in „Tardes de soledad“ Foto: Andergraun Films
Es beginnt mit einem Blick, ein Stier schaut in die Kamera, zu uns, dann sehen wir in die Augen eines Toreros, entschlossen, aber auch seltsam entrückt, bevor mit dröhnenden Bassklängen der Filmtitel eingeblendet wird: „Tardes de soledad“ – „Nachmittage der Einsamkeit“. Wessen Einsamkeit ist damit gemeint? Die des Stiers? Oder die des Toreros?