Vom Ettelbrücker Bahnhof nach Belval
Ein Selbsttest mit den CFL-Ersatzbussen
In den Osterferien ist der Zugverkehr wegen Bauarbeiten vielerorts unterbrochen. Unsere Reporterin hat getestet, wie lange man mit CFL-Ersatzbussen vom Ettelbrücker Bahnhof aus bis nach Esch-Belval braucht.
Tageblatt-Reporterin Lisa Goedert bestreitet ihren Arbeitsweg von Ettelbrück nach Esch mit Ersatzbussen Fotos: Lisa Goedert
Werktags verbindet der Regionalexpress 456 den äußersten Norden des Landes stündlich mit dem Süden. Der Zug startet in Ulflingen und fährt mit 20 Zwischenhalten bis nach Rodange durch.
Da sich die Tageblatt-Redaktion in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Esch-Belval befindet, ist diese direkte Verbindung für mich als Ettelbrückerin ein wahrer Segen. Vorbehaltlich etwaiger Störungen und Verspätungen, komme ich nach einer guten Stunde quasi vor der Pforte meines Arbeitsplatzes an. Normalerweise.
Während der Osterferien sind nun jedoch mitunter die Streckenabschnitte zwischen Ettelbrück und Luxemburg sowie Bettemburg und Esch für Bauarbeiten gesperrt. Wer nicht mit dem Auto fährt, muss auf Ersatzbusse umsteigen.
CFL-Guides helfen bei Bussuche
Als ich am Dienstagmorgen (7. April) am Ettelbrücker Bahnhof auf den Ersatzbus L11 nach Luxemburg-Stadt warte, bin ich auf eine längere Reise vorbereitet. In meinem Rucksack stecken eine Thermoskanne mit Kaffee, zwei große Käsebrötchen und eine Powerbank. Ein engagierter CFL-Mitarbeiter in oranger Warnweste ruft die Endhaltestellen der ankommenden Ersatzbusse aus und winkt mich in das richtige Fahrzeug.
Der L11 fährt pünktlich um 7.35 Uhr los und ist eher spärlich besetzt. Über die A7 geht es zügig zum einzigen Zwischenhalt am Bahnhof in Mersch. Zurück auf der Autobahn, stockt der Verkehr nicht einmal an der Spursperrung im Tunnel „Grouft“ bei Lorenzweiler. Statt um 8.36 Uhr, wie in der Mobiliteit.lu-App angegeben, bin ich schon um 8.26 Uhr an der Endhaltestelle „Gare Rocade“ an der Rückseite des Hauptbahnhofs in Luxemburg-Stadt – also zehn Minuten früher als geplant. Da die Züge für diese Strecke ebenfalls mindestens 30 Minuten benötigen, fühlt sich die Busfahrt bis hierher nicht außerordentlich lang an.
Seitenwechsel am Hauptstadt-Bahnhof
Auch an den Rocade-Haltestellen warten CFL-Mitarbeitende in neonfarbenen Westen, die mir erklären, dass der Direktbus L62 nach Esch-Gare auf der anderen Seite des Bahnhofsgebäudes abfährt. Zwar käme ich auch ab Rocade nach Esch, müsste dann aber noch mindestens zweimal umsteigen (Gasperich und Zolwer). Ich entscheide mich für den Direktbus.
Über die Fußgängerbrücke gelange ich zu Gleis 11 und durch die Unterführung auf den Busbahnhof, der dank großer Hinweisplakate auch für Ortsunkundige leicht zu finden ist. Auch hier fällt auf, dass zahlreiche CFL-Guides für Fragen und Hilfestellungen bereitstehen.
In der Unterführung der Gare Centrale ist der Weg zu den Ersatzbussen deutlich gekennzeichnet Foto: Lisa Goedert
Bus L62 ist ebenfalls nicht ausgelastet und fährt pünktlich um 8.39 Uhr los. Knappe 30 Minuten später bin ich an der Escher Gare, von wo aus der RE 6958 mich innerhalb von drei Minuten an mein Ziel bringt. Um exakt 9.22 Uhr betrete ich den Bahnhof Belval.
Meine „Reise“ endet also nach einer Stunde und 47 Minuten. Mobilitéit.lu hatte mich auf zehn weitere Minuten vorbereitet, innerlich hatte ich mich (zugegebenermaßen) aber auf mindestens zweieinhalb Stunden und drei bis vier Umstiege mit verpassten Anschlüssen und viel Wartezeit vorbereitet.
Der Ersatzbus L62 fährt ohne Zwischenstopp zur Escher Gare Foto: Lisa Goedert
Auto schneller als Ersatzbusse
Demnach fällt mein Fazit recht positiv aus, obwohl ich mit den Ersatzbussen eine gute dreiviertel Stunde länger gebraucht habe als mit der regulären, direkten Zugverbindung. Die Busse waren während meines Tests zu keinem Zeitpunkt überfüllt, dank Guides und Hinweisschildern leicht zu finden und steckten zu keinem Zeitpunkt im Stau.
Letzteres sicherlich, weil wegen der Schulferien weniger los ist auf Luxemburgs Straßen. Das bedeutet aber auch: Ich komme mit meinem Auto ebenfalls prima voran. Von Ettelbrück bis Belval brauche ich derzeit nur knappe 45 Minuten, was meine Motivation für eine wohl mindestens 107-minütige Ersatzbus- und Zugfahrt dann doch beträchtlich trübt.