Alain spannt den Bogen

Effektvoll oder eindringlich: Die Macht der Neuen Musik

Nicht immer sind es die Blockbuster-Konzerte, die wirklich überzeugen. Das Gastspiel der Filarmonica della Scala unter Laurenzo Viotti am vergangenen Freitag fiel nur mäßig aus, während das Luxembourg Philharmonic einen Tag vorher mit exzellenten Orchester- und Solistenleistungen punktete, das Programm diesmal aber nicht hielt, was es versprach. Höhepunkt der letzten Konzertwoche war für mich demnach die Aufführung von George Benjamins Oper „Picture A Day Like This“ mit dem Orchestre de Chambre du Luxembourg und Corinna Niemeyer im Grand Théâtre.

Die Oper „Picture A Day Like This“ war in Luxemburg zu sehen

Die Oper „Picture A Day Like This“ war in Luxemburg zu sehen Foto: Jean-Louis Fernandez

Ehe das Luxembourg Philharmonic sein Gastspiel im Konzerthaus Wien absolvierte, dirigierte Gustavo Gimeno das gleiche Programm am vergangenen Donnerstag in der Philharmonie. Charles Ives’ „The Unanswered Question“, „A Savage Beat. Concerto for percussion and orchestra“ von Sauli Zinovjev (*1988) und die 15. Symphonie von Dimitri Schostakowitsch waren drei außergewöhnliche Werke, die zusammen aber etwas zu viel des Guten waren. Ich bin kein großer Anhänger von Schostakowitschs 15. und somit letzter Symphonie. Es ist ein sperriges Werk mit großen Längen, das zwar im ersten Satz recht munter daherkommt, danach irgendwie aber nicht so recht weiterkommt. Die Musik, so habe ich jedes Mal den Eindruck, bleibt auf der Stelle stehen und dreht sich um sich selbst. Auf der anderen Seite aber schafft Schostakowitsch hier eine sehr eindringliche Struktur und gibt den Solisten viele Möglichkeiten, zu glänzen.

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