Wohnen in Esch
Durch die WG-feindliche Politik der Stadt verlieren Menschen ihre Lebensgrundlage
Nachdem es in den Sommerferien still um die WG-Problematik in Esch geworden war, nahmen umso mehr Menschen an der Demo am 26. September teil. Am 10. Oktober ist ein weiterer Protest in der Hauptstadt geplant. Das komplizierte Dossier ist längst nicht abgeschlossen. Bürgermeister Georges Mischo sagt derweil: „Mir si jo net ënner Zäitdrock“.
Seitdem der letzte Punkt des PAG der Stadt Esch bekannt geworden ist, gehen die Menschen auf die Straße. Am 10. Oktober findet die nächste Demo in der Hauptstadt statt. Foto: Editpress/Julien Garroy
Nicole Hostert ist 53 Jahre alt und fürchtet um ihre Existenz. Wenn sie sich bis zum Ende des Monats nicht bei der Escher Gemeinde anmelden kann, landet sie auf der Straße. Aktuell steht sie – wie viele Escher, die in einer Wohngemeinschaft leben – auf einer Warteliste. Ohne festen Wohnsitz wurde ihr das Einkommen zur sozialen Eingliederung, genannt Revis, gestrichen. Sie kann ihre Miete nicht zahlen und ist nicht mehr krankenversichert. Dabei leidet Nicole Hostert unter einer Reihe schwerer körperlicher Beschwerden, für die sie eigentlich Medikamente braucht, deren Behandlung aber aktuell ausbleibt. Es ist ein Teufelskreis.