Kunstecke
Die zweite Expo-Welle rollt an
Diese Woche blicken wir in unserer Vorschau auf verschiedene neue Expos: In Luxemburg-Stadt ist die junge Malerin Lara Weiler mit „Peekaboo“ in der Valerius Gallery zu Gast, derweil Sandra Lieners bei Reuter-Bausch und Bérengère Wittamer im Mob-Art Studio ausstellen.
Eindrücke einer vergangenen Ausgabe des „Salon international d’art contemporain“ in Esch. Zurzeit läuft die 15. Auflage im Escher Theater. Foto: Editpress/Didier Sylvestre
Mit der dritten Februar-Woche laufen neue Ausstellungen in Luxemburg an, andere Expos sind bereits eröffnet: Kollektivschau Plan-B in Schifflingen, ARC-Expo im Wallis Paragon und die 15. Auflage des „Salon international d’art contemporain Esch-sur-Alzette“ im Escher Theater. Die Vernissagen dieser Expos sind vorbei, die Laufzeiten sind unterschiedlich, so dass man sich vor Ort informieren soll. Doch es gibt weitere Ausstellungen zu entdecken – und das quer durchs Land verteilt.
Setzen sich im Wallis Paragon zehn Künstler mit dem Thema „Baum“ auseinander, so haben sich über 20 Kunstschaffende zu einer Schau in der Kunstgalerie in Schifflingen zusammengefunden. In der Minette-Metropole glänzt derzeit die 15. Auflage des „Salon international d’art contemporain Esch-sur-Alzette“. Die Preise sind vergeben, die Kunstwerke können noch bis zum 5. März im Escher Theater begutachtet werden. Da die Galerie GoART wegen Arbeiten bis auf weiteres geschlossen bleibt, gewinnt dieser Salon für das Escher Publikum an Attraktivität, dies in Erwartung neuer Expos Ende März in der Konschthal Esch.
Lara Weiler mit „Peekaboo“
Die letzte Expo nach dem Wasserschaden und vor den Umbauarbeiten in der Galerie GoART war der CAL-Preisträgerin Lara Weiler mit dem Titel „Zeuge und Dinge“ gewidmet. Kurz nach Eröffnung musste diese bekanntlich ausgesetzt werden. Lara Weiler, die bereits 2023 bei den „Young Luxembourg Artists“ (YLA) mit ihrem Werk „Ein regnerischer Sommertag“ für Aufmerksamkeit sorgte, gehört mittlerweile zu den von der Valerius Gallery betreuten Künstlern. Sie zeichnet sich durch ihren Stil aus, in einer besonderen Weise Gegenständliches in Szene zu setzen. In den letzten zwei Jahren tat sie das auch im CAL-Salon mit Werken wie „Julies Garderobe“ oder „Ein sonniger Tag in Chevalier Cavalaire“.

Die Künstlerin Lara Weiler macht aus dem Blick in Handtaschen Kunst Quelle: Valerius Gallery
Mit „Zeugs und Dinge“, so die Valerius Gallery damals zu der Escher Expo, greife die Künstlerin die versteckten Seiten der Helden des Alltags auf. Kurzum: Sie lenke die Aufmerksamkeit auf herkömmliche Gegenstände, die banal scheinen und im täglichen Leben sozusagen „beiläufig“ wirken, so dass sie in den Hintergrund rücken, obwohl sie im Fokus stehen könnten.

Weiler bleibt ihrem Stil treu: Der Bezug zu Alltagsgegenständen ist ihr Markenzeichen Quelle: Valerius Gallery
In ihrer Bilder-Reihe „Stuhl und Kleider“ – wie auch in ihrem oben erwähnten Bild aus dem Jahr 2023 – geht es schlicht und ergreifend um ein „neuartiges“ Stillleben, das uns kritisch über Gewohnheiten, Konsum und oberflächliches Alltagsdasein nachdenken lassen soll. In Esch/Alzette hatte sie neben der „Kleider-Reihe“ bildnerisch beispielsweise noch „Gebrauchtes“ und „Handtaschen“ im Gepäck. Das Titelfoto der neuen Expo „Peekaboo“ greift das Handtaschenmotiv und die mysteriösen Inhalte dieses Gebrauchsgegenstandes zahlreicher Menschen auf.
Infos zu den Ausstellungen
Lara Weiler, „Peekabo“ in der Valerius Gallery bis 21. März 2026
Sandra Lieners, „Liquid memory under a skin of concrete “ bei Reuter Bausch Art Gallery bis 14. März 2026
Bérengère Wittamer „Myths don’t lie “ im Mob-Art Studio bis 11. April 2026
Die Künstlerin bleibt sich treu. Sie wertet Dinge, etwa Kleider oder Taschen, auf und hinterfragt auf ihre Weise umgekehrt das geflügelte Wort „Kleider machen Leute“. Präzise Konturen, kräftige Farbgestaltung, teils bizarre Gebilde parallel zu präzise erkennbaren Motiven sind wohl das Markenzeichen der Künstlerin (Jahrgang 1999), die in Saarbrücken an der Hochschule für Bildende Kunst ihr Studium 2024 mit einem Master-Diplom abgeschlossen hat. Die am 18. Februar eröffnete Ausstellung „Peekaboo“ in der Valerius Gallery ist noch bis 21. März zu besichtigen.
Vielseitiges Angebot
Seit ein paar Tagen ist auch die Expo „Liquid memory under a skin of concrete“ von Sandra Lieners in der Reuter-Bausch-Galerie in der Oberstadt. Lieners’ Werke sind kompositorisch variiert gestaltet, thematisch lässt sie dem Betrachter viel Raum für Interpretationen. Ab diesem Donnerstag zeigt zudem Bérengère Willamer unter dem Titel „Myths don’t lie“ grafisch starke Arbeiten im Mob-Art Studio bis zum 11. April. Sie geht thematisch auf die Rolle der Frau in der Gesellschaft ein und untersucht das Verhältnis Mensch und Umwelt heute und morgen.

Die Künstlerin Sandra Lieners, hier im Jahr 2020, stellt in der Reuter-Bausch-Galerie ihre Werke aus Foto: Julien Garroy
Weisen wir außerdem darauf hin, dass Marc Soisson, der nicht bei seiner ersten Ausstellung ist, noch bis 1. März in der H2O-Galerie in Oberkorn seine mit dem Kohlestift gemalten Bilder ausstellt. Zu diesen ungewöhnlichen, aber feinen Arbeiten führt der Begleittext unter anderem zu seiner Arbeitsmethode aus : „Le travail artistique de Marc Soisson se concentre sur l’exploitation du matériau charbon et sur les processus de transformation de la matière, afin de traduire la beauté archaïque et la puissance symbolique de ce matériau, tout en interrogeant sa relation au dessin en tant que médium.“
Andere Galerien und Kunstzentren wie Museen laden zu neuen Ausstellungen ein. Schauen, auf die es ausführlicher zurückzukommen gilt: „Seven Paintings – Seven Encounters“ im Mudam oder „Here Comes the Sun“ im Cercle Cité. Ab nächster Woche stehen weitere Eröffnungen auf der Agenda. Die Kunstszene bleibt in Bewegung.