Buchvorstellung
Die jüdische Minderheit vom 19. bis zum 21. Jahrhundert in Luxemburg
2017 hat die luxemburgische Historikerin Renée Wagener eine Dissertation an der Fernuniversität Hagen über die jüdische Minderheit in Luxemburg und das Gleichheitsprinzip verfasst. Nun, einige Jahre später, wurde die Dissertation in verkürzter Version unter dem Titel „Emanzipation und Antisemitismus. Die jüdische Minderheit in Luxemburg vom 19. Jahrhundert bis zum beginnenden 21. Jahrhundert“ in Buchform veröffentlicht.
Zum Zeitpunkt der Besatzung durch die Nazis im Jahr 1940 lebten noch 3.907 Personen jüdischen Glaubens in Luxemburg Foto: Editpress-Archiv
Am Mittwoch stellte Wagener, die einst für die Grünen im Parlament saß und auch als Journalistin arbeitete, ihr Buch in der hauptstädtischen Villa Pauly, dem ehemaligen Hauptquartier der Gestapo, vor. Der Ort war passend gewählt. In ihrem Buch zeichnet die Historikerin die Haltung von Staat, Mehrheitsgesellschaft und jüdischer Minderheit nach, vom Zeitalter der Industrialisierung im 19. Jahrhundert über die beiden Weltkriege und die Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. So werden die Auseinandersetzungen mit dem Themenkomplex Shoah wie auch die relativ rezenten Diskussionen zur Wiedergutmachung beleuchtet. „Wagener nimmt Äußerungen eines katholisch geprägten Antisemitismus unter die Lupe, aber auch antisemitische Tendenzen bei Liberalen und Linken. Eingebettet in den internationalen Forschungskontext, liegt damit sowohl eine Geschichte der jüdischen Minderheit im Großherzogtum vor als auch eine umfassende historische Analyse zum Antisemitismus in Luxemburg“, heißt es einleitend zum Buch.